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Eine Musikgruppe spielte auf einer Kirchweih in Nürnberg ein Lied, das für Aufsehen sorgte. (Symbolbild)

Auf Kirchweih in Nürnberg

Hitlers liebster Marsch wird in Festzelt gespielt - und sorgt für Empörung

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Bei der Eröffnung einer Kirchweih wurde ein umstrittenes Lied im Festzelt gespielt: Es war bei Adolf Hitler beliebt. Die Musikwahl sorgte für Aufsehen.

Kirchweih wird in Bayern oft mit Kirchweihbaum, Bierzelt und Musik gefeiert. Doch ein Lied auf der Eröffnung der Schnepfenreuther Kirchweih am Freitag sorgt nun für Aufsehen. Die „Knoblauchländer Musikanten“ spielten den „Badenweiler Marsch“ im Festzelt, wie nordbayern.de berichtet. Ein Musikstück, das nicht gerade historisch unbelastet ist.

Nürnberg: Umstrittenes Lied in Festzelt bei Kirchweih in Schnepfenreuth: Bei Adolf Hitler beliebt

Komponiert im August 1914, behandelt der „Badenweiler Marsch“ ein Gefecht bei Badonviller während des Ersten Weltkriegs. Der Marsch soll von Adolf Hitler sehr geschätzt worden sein. Dazu gab es sogar eine Polizeiverordnung aus dem Mai 1939, wonach der Marsch nur bei Veranstaltungen gespielt werden durfte, an denen Hitler selbst teilnahm. Ein Marsch, der somit für den „Führer“ reserviert war. 

Als der „Badenweiler Marsch“ im Bierzelt der Schnepfenreuther Dorfkärwa erklang, gab es darüber scheinbar stellenweise Verwunderung. Nordbayern.de berichtet von einem Zuhörer, der sich gewundert und seinen Ohren nicht getraut habe. "Der Marsch ist hinreichend anrüchig“, wird der Nürnberger zitiert. Im Nachhinein wurden Forderungen laut, dass die Musiker den Marsch in Zukunft nicht mehr spielen sollten, da dieser „in besonderem Maße die extreme Rechte anspricht“, zitiert nordbayern.de ver.di-Gewerkschaftssekretär Ulli Schneeweiß vom Bündnis Nazistopp.

Musiker spielten umstrittenen Marsch in Festzelt - weil es sich ein Gast gewünscht hatte

Ja, die Musiker haben den Marsch gespielt - doch nur, weil ein Gast sich dieses Lied gewünscht hätte, berichtet Georg Pfann. Unter seiner Leitung tritt die Blaskapelle immer wieder auf Kirchweihen auf. Ein Besucher habe einen Fünfzigeuroschein für das Lied springen lassen, berichtet nordbayern.de weiter. „Ich mag den Marsch auch nicht gern. Aber was willst du machen?“, so Pfann weiter. Der Musiker habe nun Sorge, in die rechte Ecke gestellt zu werden. Er hätte sich nie im Leben vorstellen können, dass der Marsch derartige Wellen schlagen würde.

Verboten ist das Stück heutzutage übrigens nicht. Bundeswehr- und Musikkorps spielen den Marsch allerdings nicht - zu nah ist eine Verbindung zum Nationalsozialismus und dessen Propaganda.

Immer wieder gibt es Aufsehen um Lieder, die aufgrund ihrer NS-Vergangenheit eigentlich umstritten sind und dennoch in der Öffentlichkeit gespielt werden. So auch vor einigen Jahren auf dem Oktoberfest in München, berichtet tz.de*. Auch im Jahr danach ging die Diskussion um umstrittene Lieder auf der Wiesn weiter, wie Merkur.de* berichtet. In Oberfranken hat die Polizei einen gesuchten Straftäter in einem kuriosen Versteck festgenommen. 

Video: Antisemitischer Brief von Richard Wagner in Israel versteigert

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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