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Ein Glückspilz, wer einen hat: Den Geschäften in Bayern gehen die Ventilatoren aus.

Hitze im Freistaat

Bayern gehen die Ventilatoren aus

München – Kleiner Tipp: Holen Sie umgehend das Planschbecken aus der Garage. In den kommenden Tagen wird es nämlich wieder extrem heiß im Freistaat. Wie blöd, dass Bayerns Einzelhandel just in dieser Situation die Ventilatoren ausgehen.

Die Sommerhitze ist zurück in Bayern – doch wer sich zur Abkühlung einen Ventilator besorgen will, wird wohl vorerst leer ausgehen: In vielen Regionen Bayerns seien die Geräte inzwischen nahezu ausverkauft, sagte Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern (HBE) unserer Zeitung. Manchem Großstädter dürfte das schon aufgefallen sein. „In München zum Beispiel gibt es seit zwei Wochen keine mehr.“

Es herrscht also Ebbe an der Ventilator-Front. Vor allem größere Geräte zum Aufstellen sind laut Ohlmann vielerorts Mangelware. Wer Glück hat, findet irgendwo noch einen Deckenventilator. Auch kleinere Tischventilatoren seien hier und da noch zu haben. Wobei der HBE-Geschäftsführer einschränkend hinzufügt: „Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass in irgendeinem kleinen Laden noch einige Ventilatoren rumstehen.“

Wie heiß es tatsächlich hier und da schon ist, zeigt ein Beispiel aus Aschaffenburg. Dort wollte Oberbürgermeister Klaus Herzog morgen mit rund 400 Senioren aus der Stadt bei Kaffee und Kuchen feiern. Weil der Deutsche Wetterdienst aber bis zu 37 Grad ankündigt, hat die Stadt das Fest vorsichtshalber gestrichen – um gesundheitliche Komplikationen bei den Senioren zu vermeiden.

Sicher, Ventilatoren hätten da wenig geholfen. Aber im Einzelfall können sie den Tag durchaus luftiger machen. Ein Glückspilz, wer schon einen hat. Denn Nachschub aus Fernost ist Ohlmann zufolge erst in Sicht, wenn es mit der Hitze längst vorbei sein dürfte: Baumärkte und Elektrogeräte stellen sich auf bis zu drei Monate Lieferzeit ein.

Grund sei auch die Hitzewelle in Südeuropa, die einen Nachfrageschub bei den asiatischen Herstellern ausgelöst habe. Einen ähnlichen Engpass gab es bereits im Sommer 2010, wie Ohlmann sagte. Um die Getränke-Versorgung müssten sich die Kunden dagegen keine Sorgen machen. Zwar könne es sein, dass tageweise mal eine bestimmte Mineralwasser- oder Bier-Marke aus ist, „aber da wird ruckizucki wieder nachgefüllt“, sagte er.

Die Händler im Internet haben ihre Chance natürlich erkannt und die Ventilatoren-Preise hier und da schon angezogen. Wer sich den Stress nicht geben möchte, greift im Baumarkt einfach zu einem Planschbecken. Ohlmann sagt: „Bei denen gibt es keinen Engpass.“  

dpa/mmä

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