Hitze-Defekt legt Fugger-Express lahm

Augsburg - Die Hitze legt nicht nur Fernzüge lahm: Mit dem "Fugger-Express" von Augsburg nach München hat es am Mittwoch einen Regionalzug erwischt. Die Insassen befreiten sich per Nothebel aus der Hitzefalle.

Nichts geht mehr: Bei über 30 Grad ist am späten Mittwochnachmittag kurz vor der Haltestelle "Mering St. Afra" Endstation für den "Fugger-Express". Wegen eines Defekts bleibt die Bahn stehen, die Klimaanlage fällt aus. Bereits zuvor war der Zug, der um 17.06 Uhr am Augsburger Hauptbahnhof gestartet war, auf der Strecke stehen geblieben. Sven Walther, ein Fahrgast aus Althengenberg, schreibt in seinem Blog: "Der Zug steht und rührt sich nicht mehr. Und das Personal? Nichts, gar nichts! Keine Durchsage, keine Info." Erst über eine halbe Stunde später erfahren die Passagiere, dass es einen Defekt gebe und der Zug zur Haltestelle geschleppt werden solle.

Im Zug sei es immer unerträglicher geworden. Walther: "Die Klimaanlage lief manchmal - immer kurz dann, wenn der Motor angelassen wurde (also wenn das typische Summen durch den Zug geht)." Die Passagiere helfen sich selbst und öffnen die Türen mit den Nothebeln. Vom Zugpersonal sei nichts zu sehen gewesen, angeblich hätten sich Zugführer und Zugbegleiterin im Führerstand verschanzt. Dann habe es erbitterte Diskussionen zwischen Passagieren und Zugbegleiterin gegeben.

Walther, der sich noch im Zug per Mail bei der Bahn beschwerte, erhielt am Donnerstag eine Antwort mit der Bitte, die Entschuldigung der Bahn anzunehmen. "Wir wissen, dass unseren Fahrgästen hier viel zugemutet wurde, versichern Ihnen jedoch, dass auch für uns die Pünktlichkeit oberste Priorität hat und unsere Fachdienste alles tun, um die Qualität zu stabilisieren", heißt es in der Antwort der Deutschen Bahn.

Der "Fugger-Express" fährt seit 2009 von München (über Pasing, Mering und Kissing) nach Augsburg, wo der Zug dreigeteilt nach Ulm, Donauwörth und Treuchtlingen weiterfährt.

mm

Rubriklistenbild: © dpa

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