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Herbstliche Atmosphäre im Schlosspark von Nymphenburg: Viele Bäume bekamen wegen der Hitze zu wenig Wasser. Ihre Blätter sind braun oder liegen am Boden.

Laubbäume erholen sich nicht

Hitzefolgen: Die Abkühlung kam zu spät

München - Endlich Regen und Abkühlung – die Pflanzen können sich von der Hitze erholen. Für die Laubbäume kam der Regen aber zu spät. Die Obsternten dieses Jahr könnten geringer ausfallen.

Wochenlang schwitzten die Menschen in Bayern bei weit über 30 Grad. Die Natur hat unter dem Super-Sommer gelitten. Bis die lang ersehnte Abkühlung kam. „Der Regen war genau das, was die Bäume und Pflanzen gebraucht haben“, sagt Professor Hanno Schäfer von der Technischen Universität München.

Denn die Hitze hat sichtbare Spuren hinterlassen. Durch den Wassermangel haben viele Bäume ihre Blätter abgeworfen. Einige Bäume sehen jetzt aus wie sonst erst im Herbst. Und das mitten im August.

Hans-Jürgen Gulder leitet das Forstamt im Landkreis Fürstenfeldbruck. An einigen Bäumen in seinem Amtsgebiet hat er Hitze-Schäden festgestellt. Stark betroffen sind vor allem Birken, Vogelbeeren und Bergahorn. Die Bäume, die schon viele Blätter abgeworfen haben, gehen geschwächt in die kalte Jahreszeit. Ohne Blätter können sie weniger Vorratsstoffe für Herbst und Winter speichern. Aber noch größer wären die Schäden, wenn es vor der Hitzewelle nicht so viel geregnet hätte. Das sei Glück gewesen, findet Gulder.

Für Wolfram Vaitl-Gloo, den Präsidenten des Bayerischen Landesverbandes der Gartenbauvereine steht aber fest: „Von diesem langen Wassermangel werden sich die Bäume nur sehr schwer wieder erholen.“ In diesem Jahr werde daher auch die Apfelernte geringer ausfallen, kündigt Vaitl-Gloo an. Auswirkungen auf die Obsternten im kommenden Jahr hat die diesjährige Hitzewelle aber nicht, prognostiziert der Experte.

Für krautartige Pflanzen hingegen kam der Regen noch rechtzeitig. Sie hätten sich schon nach wenigen Regentagen wieder erholt, sagt Hanno Schäfer. Die lang anhaltende Hitze hatte den Boden so stark ausgetrocknet, dass dort tiefe Furchen entstanden sind. Die Folge: „Der Regen ist durch die oberen Bodenschichten einfach durchgesickert“, sagt Vaitl-Gloo. Die Regenphase ist dennoch wichtig gewesen. Nur weil die Regenschauer stetig und kontinuierlich waren, konnte sich der Boden mit Wasser vollsaugen.

Eine so lang anhaltende Hitzwelle hatte es zuletzt vor über zehn Jahren gegeben. „Die ein oder andere Baum-und Pflanzenart wird solche Wetterextreme künftig nicht überleben“, erklärt Hanno Schäfer. Zu langfristigen Schäden kann er aber noch nichts sagen. Die Veränderungen bei Bäumen und Pflanzen durch die Extreme werden erst in ungefähr 15 Jahren bemerkbar sein. Im schlimmsten Fall könnten heimische Pflanzenarten sogar aussterben.

Florian Reil

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