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Schon im Januar 2007 stand der 41-Jährige vor dem Landgerichts Würzburg. Jetzt muss er sich  erneut vor Gericht verantworten, weil der ungeschützten Verkehr mit zwei Frauenund einer Schülerin gehabt haben soll. Zudem ist der Mann wegen Vergewaltigung angeklagt.

HIV-Infizierter soll Mädchen (13) vergewaltigt haben

Würzburg - Ein 41-jähriger HIV-Infizierter gab zum Prozessauftakt in Würzburg unumwunden zu, ungeschützten Sex mit zwei Frauen und einem Mädchen gehabt zu haben. Ihm wird außerdem vorgeworfen, die damals 13-Jährige vergewaltigt zu haben - das bestreitet der Angeklagte aber.

Keine der drei Sexpartnerinnen hat sich mit dem Virius angesteckt. Auch nicht die Schülerin, die von dem Mann vor etwa fünf Jahren vergewaltigt worden sein soll. Als beide sich kennenlernten, gab sich der Mann als 22-Jähriger aus. „Dies war von mir nicht ernst gemeint“, beteuerte der 41-Jährige mit kenianischer Staatsangehörigkeit. Er ist wegen Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauchs einer Schülerin und versuchter gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Dass das Mädchen erst 13 Jahre alt war, habe er nicht gewusst. Auch habe er nicht bemerkt, dass sie die Zärtlichkeiten nicht gewollt habe. „Sie hatte nach dem vollzogenen Geschlechtsverkehr lediglich die Angst geäußert, schwanger zu sein, da sie die Pille vergessen hat“, las Verteidiger Hanjo Schrepfer aus einem Statement seines Mandanten.

Der Mann erzählte zum Prozessauftakt von seinem Leben - inklusive unzähligen Freundinnen, drei Kindern von drei Frauen und zwei gescheiterte Ehen. „Ich wollte niemanden verletzten, niemandem wehtun“, sagte der Afrikaner zu dem Vorwurf, ungeschützt Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. „Es geht mir manchmal seelisch sehr schlecht.“ Nie mehr wolle er ohne Kondom Sex haben.

Für Staatsanwalt Boris Raufeisen steht fest: Eine Hausfrau, eine Friseurin und das 13 Jahre alte Mädchen hatten Sex mit dem Mann -ohne zu wissen, dass er den Erreger der oft tödlich verlaufenden Immunschwächekrankheit Aids in sich trägt. Die heute 26 Jahre alte Hausfrau aus Würzburg hatte den Angeklagten 1997 als damals 14-Jährige in einem Schwimmbad kennengelernt. Mehrfach sei sie mit dem Musiker intim gewesen, zuletzt am Silvesterabend 1999 - ohne Kondom.

Erst 2002 habe sie von der HIV-Erkrankung des Discjockeys erfahren. „Ich war schockiert“, sagte die Mutter. Den Geschlechtsverkehr an dem besagten Silvesterabend bestritt der Angeklagte. Den zweiten Vorwurf der Staatsanwaltschaft räumte der Angeklagte, der zuletzt im mittelfränkischen Ansbach wohnte, allerdings ein. Des Öfteren habe er mit einer heute 28 Jahre alten Friseurin Sex ohne Kondom gehabt. Beide hatten sich im August 2004 in einer Würzburger Diskothek kennengelernt. Damals nahm der Musiker nach eigenen Worten bereits Medikamente gegen das Virus. Ärzte hätten ihm erzählt, dass die Gefahr, jemanden anzustecken, bei einem Prozent liege. Er habe darauf vertraut, dass nichts passieren werde.

Nach den Worten des Angeklagten tun ihm seine Vergehen leid; er sei froh, dass er keine seiner Freundinnen infiziert habe. „Ich habe mit ihm ohne Kondom geschlafen“, erklärte die aufgelöste Friseurin unter Tränen der Kammer. „Ich war wie neben mir gestanden“, schilderte die 28-Jährige ihre Gefühle, nachdem sie von der Infektion ihres Ex-Freundes erfahren hatte. „Ich wollte Dir nicht wehtun. Ich bin einfach unverantwortlich mit meiner Krankheit umgegangen“, entschuldigte sich der Angeklagte bei der Frau.

Der 41-jährige Afrikaner ist seit 1998 mit dem Virus infiziert. Er sitzt seit zweieinhalb Jahren wegen ähnlicher Vergehen im Gefängnis. Anfang 2007 verurteilte ihn das Landgericht Würzburg zu fünfeinhalb Jahren Haft, weil er ohne Kondom mit mehreren Frauen Sex hatte und auch ihnen nichts von seiner Infektion erzählte. Zwei seiner sieben Ex-Freundinnen aus Unter- und Mittelfranken steckten sich mit dem Erreger an. Der Prozess soll am Freitag fortgesetzt werden.

dpa

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