Laut Robert-Koch-Institut

390 HIV-Neuinfektionen in Bayern

Berlin/München - Trotz Aufklärungskampagnen und Medikamenten ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen nicht gesunken. Das entspricht einem bundesweiten Trend.

Etwa 390 Menschen in Bayern haben sich nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) im vergangenen Jahr mit HIV angesteckt. Damit blieb die Zahl trotz Aufklärungskampagnen und Medikamenten im Vergleich zu früheren Jahren ungefähr gleich. Das entspricht auch dem bundesweiten Trend. Die geschätzte Zahl von 3200 Neuinfektionen im Vorjahr sei seit 2006 nahezu unverändert, teilte das RKI am Montag in Berlin mit.

Dabei stieg der Anteil der Infizierten, die Medikamente nehmen und dadurch in der Regel kaum noch ansteckend sind, in den vergangenen Jahren. „Dieser positive Effekt und die bisherigen Präventionsanstrengungen haben aber bislang nicht ausgereicht“ sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die RKI-Schätzung beruht auf Modellrechnungen, denn HIV wird oft erst Jahre nach der Infektion festgestellt.

Die Zahl der Neuinfektionen bei heterosexuellen Menschen ist demnach sogar leicht steigend. Die meisten Betroffenen sind allerdings Männer, die Sex mit anderen Männern haben - wenngleich die Zahl neuer Infektionen in dieser Gruppe in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen ist. Nach Erkenntnissen des Instituts lebten Ende 2014 in Bayern 1400 Menschen, die sich bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr infiziert haben, bundesweit waren es 10 500. Dem gegenüber stehen bayernweit 7100 infizierte homosexuelle Männer (bundesweit: 53 800).

Rubriklistenbild: © dpa

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