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Alpen-Drama um vermissten Bergsteiger: „Der letzte Strohhalm“ – Suche abgebrochen

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Von: Katarina Amtmann

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Am Hochkalter wird seit Samstag ein Bergsteiger vermisst. Das Wetter erschwerte die Suche. Die Hoffnung, den Vermissten noch lebend zu finden, sinkt täglich.

Update vom 23. September, 11.38 Uhr: Die Suche nach dem am Hochkalter vermissten 24-Jährigen wird nach sechs Tagen abgebrochen. Die Retter hoffen auf mildere Temperaturen und Tauwetter (siehe vorheriges Update). Bereits am Donnerstagabend teilte die Polizei mit, dass man alles Menschenmögliche getan habe. „Es hat sich wieder einmal bewahrheitet: ‚Der Berg war stärker‘“, sagte ein Polizeisprecher noch am Abend gegenüber t-online.

Einsatzkräfte brechen Suche nach vermisstem Bergsteiger nach sechs Tagen ab

Update vom 23. September, 10.05 Uhr: „Einsatzkräfte brechen Suche nach am Hochkalter vermisstem 24-Jährigen nach sechs Tagen ab“, so überschreibt das Bayerische Rote Kreuz seine neueste Pressemitteilung am Freitag. Bergwacht und Polizei hätten auch am Donnerstag das bessere Wetter genutzt und weiter nach dem vermissten 24-Jährigen gesucht. Sie haben „die Suche aber nun aufgrund des windverfrachteten und damit teilweise bis zu drei Meter hohen Schnees am Berg vorerst unterbrochen, bis eventuell bei milderen Temperaturen auch in den Höhenlagen vor dem Winter nochmals Tauwetter einsetzt“.

Die Polizei gab am Donnerstagabend bekannt: „Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt der 24-Jährige trotz des massiven Sucheinsatzes vermisst. Seitens der örtlichen Bergwacht und der Polizei wurde seit dem Unfalltag alles Menschenmögliche unternommen, um den Vermissten noch lebend zu finden. Hierzu wurden insbesondere durch die Ehrenamtlichen der Bergwacht am Berg und im Tal sowie die hauptamtlichen Alpinbergführer des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd weit über tausend Einsatzstunden abgeleistet. Aufgrund der Gesamtumstände war der Einsatz in den vergangenen Tagen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch enorm belastend.“

Schnee Alpen
Die Suche nach dem Vermissten wird vorerst unterbrochen. © BRK

Vermisst am Hochkalter: Suchmaßnahmen aktuell nicht zielführend

"Unter den derzeitigen Umständen, insbesondere aufgrund der Schneelage im eingegrenzten Gebiet, sind weitere Suchmaßnahmen momentan ohne konkrete Anhaltspunkte nicht zielführend, so das BRK weiter. Bergwacht und Polizei behalten die Lage am Berg jedoch genau im Auge und werden wieder suchen, wenn der Schnee eventuell bei milderen Temperaturen wegtaut.

Alpen-Drama um vermissten Bergsteiger: „Alles Menschenmögliche“ getan – Suche erneut abgebrochen

Update vom 22. September, 19.07 Uhr: Der Donnerstag ging erneut ohne Erfolgsmeldung bei der Suche nach dem vermissten 24-jährigen Bergsteiger aus Niedersachsen zu Ende. Die Rettungskräfte musste ihre Suchmaßnahmen abbrechen. Man habe „alles Menschenmögliche“ und technisch Machbare getan, sagte ein Polizeisprecher am Abend. In den nächsten Tagen werde die Suche lageabhängig fortgesetzt – sofern die Einsatzmittel es zuließen. In dem Gebiet am Hochkalter bei Ramsau sei die Lage tiefstwinterlich. Die Temperaturen lägen unter dem Gefrierpunkt. Nach sechs Tagen gebe es kaum noch Hoffnung, den 24-Jährigen lebend zu finden.

Suche nach vermissten Bergsteiger: Helikopter empfängt Signal

Update vom 22. September, 16.15 Uhr: Bis Donnerstagmittag suchten die Bergretter weiter nach dem 24-Jährigen – vergeblich. Wegen der Erwärmung stieg dann aber das Steinschlag- und Lawinenrisiko an und die Suche wurde für Einsatzkräfte zu gefährlich – ein Helikopter holt sie ab und brachte sie wieder ins Tal.

Am Nachmittag dann aber endlich positive Nachrichten: Einem Polizeisprecher zufolge empfing das Ortungssystem eines Helikopters ein Signal aus einer Felswand im Suchgebiet. Erneut wird der Hubschrauber nun Bergretter auf den Hochkalter bringen, auf dass diese die vielversprechende Stelle absuchen. „Das ist für heute der letzte Strohhalm bei der Suche“, so der Sprecher.

Was genau das Signal auslöste, ist jedoch unklar. Das Ortungssystem reagiert auf Halbleiter und Reflektoren. Möglich also, dass das Signal vom Handy oder von der Jacke des Vermissten stammt.

Bergsteiger Messner über Hoffnung, dass der Vermisste lebend gefunden wird

Update vom 22. September, 12.25 Uhr: Seit Samstag ist ein 24-jähriger Bergsteiger am Hochkalter verschwunden. Wetterbedingt war die Suche oft schwierig (siehe Erstmeldung). „Ich bin zwar nicht vor Ort, aber die Chancen, den jungen Mann lebend zu finden, sind meiner Meinung nach minimal. Aber ab und zu geschehen ja Wunder“, sagt Reinhold Messner (78) im Gespräch mit der Bild (Plus-Inhalt).

„Dass er sich zu dieser Jahreszeit und mit seinen Verletzungen eine hilfreiche Schneehöhle graben konnte, ist unwahrscheinlich", vermutet der Experte. „Es spricht viel dafür, dass er kein erfahrener Bergsteiger ist. Der Hochkalter ist eigentlich ein einfacher Berg – aber nicht bei schlechtem Wetter. Normalerweise hätte man schon bei der ersten Graupel umdrehen müssen, und dann ist man eigentlich auch schnell in Sicherheit. Viele kommen mit der großen Natur nicht zurecht, sehen nur die Postkarten-Motive", so Messner gegenüber der Zeitung weiter.

Bergrettung + Messner
Die Retter haben alles versucht, mein Bergsteigerlegende Reinhold Messner. © IMAGO / Hartenfelser / Bergwacht Ramsau/dpa-Bildfunk (Collage: Merkur.de)

Hochkalter-Drama: Bergsteigerlegende Reinhold Messner mit Einschätzung

„Wenn ich mir die Bilder anschaue, haben die Bergretter trotz des Wetters wirklich ihr Bestes getan und trotz sämtlicher Gefahren alles versucht, um den Vermissten zu finden“, so die Bergsteigerlegende.

„Wichtig ist immer auch – wenn man alleine unterwegs ist – anderen zu sagen, wo man hinaufgeht. Viele unerfahrene Bergsteiger sind zwar meist gut ausgestattet, unterschätzen aber die Berge – diese großartige Naturerscheinung, die sehr gefährlich werden kann", warnt er.

Drama in den Alpen: Suche nach vermisstem Bergsteiger am Hochkalter – auch Eurofighter im Einsatz

Erstmeldung vom 22. September, 8.36 Uhr: Ramsau - Seit Samstag wird ein junger Bergsteiger (24) am Hochkalter vermisst. Wetterbedingt musste die Suche zeitweise abgebrochen werden. Am Mittwoch haben Bergwacht und Polizei das tendenziell bessere Wetter genutzt und die Suche fortgesetzt.

Drama in den Alpen: Bergsteiger weiter am Hochkalter vermisst – Rucksack gefunden

Am Hochkalter wurde aus der Luft mit der Recco-Boje und an potenziellen Ortungspunkten auch mit Einsatzkräften im Gelände nach dem vermissten 24-Jährigen gesucht. Gegen Mittag wurde ein Wetterballon und am späten Nachmittag dann der Rucksack des jungen Mannes gefunden.

Seit Samstag suchen Bergretter unter teils gefährlichen Bedingungen nach einem vermissten 24-jährigen Bergsteiger.
Seit Samstag suchen Bergretter unter teils gefährlichen Bedingungen nach einem vermissten 24-jährigen Bergsteiger. © Bayerisches Rotes Kreuz / Kreisverband Berchtesgadener Land / Merkur-Collage

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Bergsteiger am Hochkalter vermisst: Sogar Eurofighter bei Suche im Einsatz

„Bedingt durch umherziehende Wolken war es am Abend nicht mehr möglich, weitere Einsatzkräfte am Berg per Winde abzusetzen, die das Gelände unterhalb des Rucksacks seilgesichert absuchen hätten können“, teilte das Bayerische Rote Kreuz am Donnerstag (22. September) mit. An der Suche waren ein Polizeihubschrauber und ein Transporthubschrauber der Bundespolizei beteiligt. Am späten Nachmittag war auch ein Eurofighter der Luftwaffe über dem Hochkalter unterwegs, „um die Retter mit zusätzlicher Ortungstechnik und hochauflösenden Luftbildern zu unterstützen“, so das BRK weiter.

Eurofighter Bundeswehr
Ein Eurofighter der Bundeswehr half bei der Suche am Hochkalter. © Bergwacht Ramsau

Hochkalter: Suche nach vermisstem Bergsteiger geht weiter

Für Donnerstag ist geplant, das Gelände unterhalb des noch am Abend geborgenen Rucksacks mit Bergrettern im Gelände abzusuchen.

Der junge Mann aus Niedersachsen war am Samstag bei einer hochalpinen Tour unterhalb des 2607 Meter hohen Gipfels abgerutscht. Er setzte einen Notruf ab, weil er sich bei eisiger Kälte und Schneesturm in dem steilen Gelände kaum noch halten konnte. Seither ist jeder Kontakt abgebrochen. (kam)

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