Hochwasser-Alarm: Würm ist über die Ufer getreten

München/Starnberg - Dauerregen und kein Ende: Straßen, Keller und Firmengebäude stehen unter Wasser. Am Starnberger See und der Würm bleibt die Lage kritisch. Im Allgäu musste ein Zeltlager geräumt werden.

Hochwasser-Alarm in Bayern

An der Würm, die aus dem Starnberger See fließt, heißt es Land unter. Bei Stockdorf und Gauting ist die Würm über die Ufer getreten. In Gauting ist vor allem der Technikraum des Schwimmbads akut von den Wassermassen betroffen, erklärt Christian Wanger, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim. Auch in Stockdorf stehen mittlerweile einige Anwesen unter Wasser.

Sandsäcke gehen zur Neige

Da die Sandsäcke vor Ort zur Neige gehen, greifen die Helfer auf die so genannte strategische Reserve beim Wasserwirtschaftsamt zurück. Dort lagern rund 100 000 Säcke. Für leichte Entspannung könnte die Öffnung einer so genannten Flutmulde in Stockdorf sorgen. Das Grubmühler Feld bietet Rückhalteraum für mehrere 10 000 Kubikmeter Wasser. Für die Gemeinden flussabwärts habe diese Maßnahme schon eine leichte Entspannung gebracht, sagt Starnbergs Kreisbrandmeister Klaus Ringhoff. Oberhalb könnte sich die Situtation aber noch verschärfen. "Der Pegel wird noch weiter ansteigen", sagt Christian Wanger. 

Probleme auch in anderen Teilen Bayerns

Lesen Sie dazu:

Warnung für den Landkreis Starnberg

Raisting: Zeltlager evakuiert

Hochwasser an Starnberger See und Würm

Auch in anderen Teilen Oberbayerns macht der viele Regen den Menschen zu schaffen. In Geretsried fiel ein Baum auf eine Straße, die wegen des Hochwassers kurz zuvor gesperrt worden war. In Raisting musste eine Jugendgruppe ihren Zeltplatz verlassen, der von der Rott überschwemmt wurde.

Vor allem im Allgäu mussten am Freitag zahlreiche überflutete Straßen gesperrt werden. Viele landwirtschaftliche Flächen wurden überschwemmt. Wie die Polizei in Kempten mitteilte, musste im Oberallgäu eine Frau von der Feuerwehr aus ihrem Auto gerettet werden. Sie war mit ihrem Wagen in einer überfluteten Unterführung stecken geblieben und konnte sich selbst nicht befreien.

Weiter östlilch haben die Fluten bereits große Schäden angerichtet. Im Landkreis Freyung-Grafenau wurden Firmengebäude, Keller und sogar eine Polizeistation unter Wasser gesetzt. Wie das Polizeipräsidium Niederbayern meldet, wurden durch den Wasserdruck auch Gullys herausgerissen.

In den Landkreisen Ostallgäu und Unterallgäu mussten die Behörden drei weitere Zeltlager evakuieren. Da Bäche die Wassermassen nicht mehr halten konnten, mussten die Jugendlichen ihre Zelte verlassen.

Bei Schloss Linderhof nahe Oberammergau drohte eine Mure auf die Straße abzurutschen. "Der Hang hat sich bewegt", sagte eine Feuerwehrsprecher. Deshalb sei die Straße vorsichtshalber gesperrt worden.

Hochwasser-Alarm an der Isar

Hochwasser-Alarm in München

Und die Gefahr ist noch längst nicht vorbei. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt weiter vor Dauerregen. Zu den bisher gefallenen Mengen können bis Mitternacht noch einmal zwischen 25 und 40 Liter pro Quadratmeter hinzukommen.

tog/dpa

Hochwasser im Starnberger See

Hochwasser 2010 im Starnberger See - Bilder

Rubriklistenbild: © Gaulke

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