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Das Kreuzfahrtschiff " MS Treasures" liegt am überschwemmten Liegeplatz in Würzburg vor der Festung Marienberg. Wegen des Hochwassers und der seit Tagen gesperrten Schifffahrt hängen mehr als ein Dutzend Kreuzfahrtschiffe auf den bayerischen Wasserstraßen fest. Allein auf dem Main warten elf Hotelschiffe auf ihre Weiterfahrt.

Hochwasser in Flüssen

Kreuzfahrt-Urlauber hängen fest

Würzburg -  Hunderte Touristen kommen mit ihren Kreuzfahrtschiffen wegen des Hochwassers nicht voran. Über 110 Amerikaner hängern bei Würzburg fest.

Ihre Flusskreuzfahrt durch Europa hatten sie sich wohl ganz anders vorgestellt. Statt von Amsterdam nach Budapest zu schippern, hängen mehr als 110 Amerikaner derzeit in Würzburg fest. Sie haben eine mehrwöchige Flussreise mit der „MS Treasures“ gebucht. Doch Deutschland haben sie bislang nur mit dem Bus bereist. Denn seit mehr als einer Woche geht es für das Schweizer Fünf-Sterne-Schiff weder vor noch zurück. Wegen des Hochwassers kann es nicht weiterfahren. Allein auf dem Main liegen elf Hotelschiffe. Insgesamt warten den Schifffahrtsämtern zufolge auf den bayerischen Wasserstraßen mehr als 140 Schiffe auf ihre Weiterfahrt.

„Wir hätten es mit dem Zwangshalt wirklich schlechter treffen können“, sagt der holländische Kapitän Hendrik Liemberg und blickt zufrieden bei bestem Sommerwetter auf die Würzburger Festung Marienberg. „Da hatten wir wirklich Glück im Unglück.“ Dennoch, gibt er zu, werde es nach mehr als einer Woche mittlerweile ein bisschen langweilig. Viel mehr als Kontrollgänge rund um das Schiff, Telefonate mit den Schifffahrtsämtern und seiner Reederei in Basel kann er nicht machen.

Liemberg nutzt stattdessen die Zeit, um Gespräche mit den Gästen zu führen. Auch durch Würzburg schlendert er gern. „Aber ich kenne die Städte natürlich schon recht gut.“ Seit Jahrzehnten lenkt der 64-Jährige Schiffe über Europas Flüsse. Zwangspausen ist Liemberg gewohnt. „Aber normalerweise sind sie im Frühjahr und meist nur ein zwei Tage lang.“ Fast 40 Crew-Mitglieder wuseln mit ihm durch das Schiff und nutzen die Ausflugszeit der Touristen für Wartungs- und Reinigungsarbeiten.

Die amerikanischen Gäste entdecken Deutschland nun erstmal mit dem Bus. So werden sie von Würzburg nach Rüdesheim und nach Rotenburg ob der Tauber gefahren. „Es ist ein hoher organisatorischer Aufwand“, sagt Schiffshotelmanagerin Marina van Oevelen. Und die Geschäftsführerin der Reederei, Manuela van Zelst, ergänzt: „Wir müssen jetzt kreativ werden und den Gästen einen spannenden Mix aus Hotel, Schiff und Bus bieten, damit sie trotz der Naturkatastrophe eine vernünftige Reise haben.“ Die Gäste zeigten zu 95 Prozent Verständnis. „Sie waren zunächst schon irritiert, als sie auf das Schiff kamen.“ Aber sie seien mit einem guten Angebot besänftigt worden.

Der Dauerregen in den vergangenen Wochen hat die bayerischen Flüsse enorm anschwellen lassen. Franken ist bislang glimpflich davon gekommen. Im Süden Bayerns spielen sich dagegen dramatische Szenen ab. Auf allen schiffbaren Flüssen des Freistaats ist die Schifffahrt derzeit verboten. Und das wird sie zunächst auch bleiben, sagt Helko Fröhner vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Schweinfurt.

Er geht davon aus, dass die Güter- und Kreuzfahrtschiffe nicht vor nächster Woche weiterfahren dürfen. Zwar könnte der Wasserstand am Freitag oder am Wochenende unter den kritischen Pegel der Marke II fallen. Doch dann müssen erst die Experten ausrücken und die versandeten Fahrrinnen freibaggern und Warnsignale bei Hindernissen einrichten.

Jeder Liegetag bedeutet für die Reedereien einen enormen finanziellen Verlust - egal, ob Hotel- oder Güterschiff. Kapitän Liemberg hofft nun trotzdem darauf, dass er schon am Wochenende wieder „volle Kraft voraus“ befehlen und Richtung Budapest fahren kann.

dpa

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