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Am Ammersee hat die Flut Holzstämme zum Bootssteg Aidenried geschwemmt.

Hochwasser: Die nächste Welle rollt an

München - In der Nacht auf Freitag soll es erneut in Strömen regnen. Flüsse und Böden sind aber längst randvoll. Bayern droht die nächste Hochwasser-Welle. Überschwemmungen sind programmiert.

Dominik Jung blickt auf die Wetter-Modelle der kommenden Tage: „Jetzt geht es richtig los.“ Gebietsweise soll es in Südbayern den ganzen Tag über regnen, prognostiziert der Meteorologe von „wetter.net“. Was tagsüber noch einfache Schauer sind, soll sich bis zum Abend zu einem flächendeckenden Wolkenbruch auswachsen.

Bis Freitagmorgen könnten in weiten Teilen Oberbayerns bis zu 60 Liter Wasser pro Quadratmeter fallen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt im Alpenraum sogar vor 100 Litern. Nach einer kurzen Erholung am Samstagvormittag, sagt Jung, geht es Samstagnachmittag dann schon wieder los. 12 bis 13 Stunden Dauerregen seien angezeigt, bis Sonntag könnten dann nochmal bis zu 50 Liter fallen.

Aidenried: Hochwasser am Ammersee

Aidenried: Hochwasser am Ammersee

„Die Böden sind schon jetzt randvoll - wie ein vollgesogener Schwamm“, sagt Klaus Arzet, Behördenleiter des Wasserwirtschaftsamts München. Die Folge: Jeder Liter Regen landet in den Flüssen und Seen.

Besonders kritisch wird es vermutlich erneut am Starnberger See. Sollte es hier 20 oder mehr Liter pro Quadratmeter regnen, könne der See einen Pegelstand von 1,60 Meter erreichen, bestätigt das Wasserwirtschaftsamt Weilheim. Zuletzt stand der Pegel im Jahr 1965 so hoch - und das ist bis heute Rekord. Rund um den See kann es dann in ufernahen Gebäuden zu Problemen kommen.

Die enormen Wassermassen erhöhen zusätzlich den Druck auf die Würm, bei der schon seit Tagen Meldestufe drei gilt. Bei Leutstetten könnte in der Nacht zum Freitag erstmals die höchste Meldestufe vier erreicht werden. Zahlreiche Straßen stünden dann unter Wasser. „Das ein oder andere Anwesen muss dann richtig kämpfen“, warnt Arzet.

Das Würmtal und den Starnberger See trifft es vermutlich am härtesten, doch auch die Pegel von Amper und Isar werden nach oben schnellen. Arzet: „Auch die Grundwasserstände steigen immer weiter an, mit allen Konsequenzen für die Anrainer“: Das Wasser drückt in die Keller. Wer am vergangenen Wochenende Probleme hatte, sagt Arzet, bekommt vermutlich erneut welche. „Man sollte seine Wertsachen besser eine Etage höher bringen.“

Wegen des hohen Grundwasserpegels bringen auch die Pumpen der Feuerwehren kaum Erleichterung. „Den Einsatzkräften bleibt eigentlich nicht viel mehr übrig“, sagt Arzet, „außer die Hoffnung.“

tom/ike

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