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Das Wasser kam schnell. Das Geld auch. Bisher hat Bayern rund 42 Millionen Euro an die Landkreise überwiesen. Allein in Oberbayern sind davon bereits 1,6 Millionen Euro an Bürger geflossen. So weit so gut. Den Schaden, der langsam absehbar ist, dürfte das aber kaum abdecken.

Hochwasser

Schäden größer als 2002?

Passau - Das Wasser kam schnell. Das Geld auch. Bisher hat Bayern rund 42 Millionen Euro an die Landkreise überwiesen. Allein in Oberbayern sind davon bereits 1,6 Millionen Euro an Bürger geflossen. So weit so gut. Den Schaden, der langsam absehbar ist, dürfte das aber kaum abdecken.

Dafür, dass es von einem Ministerium erstellt wurde, ist dieses Formular absurd einfach. Ein Blatt, einseitig bedruckt, sofort ausgefüllt. Das Papier, mit dem die von den Fluten gebeutelten Landkreise Hilfen beantragen konnten, ging am Mittwochmorgen raus an die Landratsämter. Schon am Nachmittag floss das Geld. 42 Millionen Euro, erstmal.

Versprochen sind zunächst h 150 Millionen Euro. Zu wenig, sagte Finanzminister Markus Söder (CSU) am Freitag in München. „Ich glaube nicht, dass das am Ende reichen wird.“ Ministerpräsident Horst Seehofer hatte erklärt, dass der Bun zu jedem bayerischen Euro einen Euro dazugeben werde.

Langsam sickern erste Daten zur Schadenshöhe im Freistaat durch. Ein Sprecher des Agrarministeriums in Berlin sagte, allein der Schaden für Bayerns Landwirtschaft liege aktuell bei 74,6 Millionen Euro. Rund 70 000 Hektar seien überflutet. Stand Mittwoch. „Das Ausmaß ist aber bei Weitem noch nicht abzusehen.“

Auch die Versicherungskammer Bayern rechnet mit enormen Schäden. Erste Schätzungen liegen bei 40 Millionen Euro. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag fürchtet sogar, dass der Hochwasserschaden bundesweit noch höher ausfallen werden als 2002. Damals lagen die volkswirtschaftlichen Einbußen bei elf Milliarden Euro.

Noch stecken manche Gebiete mittendrin im Hochwasserchaos. Am Freitag hatte der Kreis Deggendorf mit einem Pegelstand von 7,60 Meter und durchweichten Dämmen zu kämpfen. Außerdem treibt Müll in den überfluteten Gebieten, auf dem Wasser haben sich Ölfilme gebildet. Viele wissen nicht, wann sie wieder in ihre Häuser können. Immerhin: Im Landkreis Straubing-Bogen wurden alle Notunterkünfte aufgelöst.

Zumindest für den Moment lassen die staatlichen Hilfen Betroffene in diesen Gebieten aufatmen. Knapp die Hälfte der bisher bereitgestellten Mittel, nämlich 20 Millionen Euro, steht dem Bezirk Niederbayern zur Verfügung. Deggendorf etwa erhielt 4,5 Millionen Euro und zahlte bislang 800 000 Euro an Hochwasser-Geschädigte aus. Von den drei Millionen Euro, die dem Kreis Passau zur Verfügung stehen, wurden 200 000 Euro ausgezahlt. Söder zufolge wird Niederbayern weitere 20 Millionen Euro erhalten.

Neben der Oberpfalz und Franken (je fünf Millionen Euro) sowie Schwaben (zwei Millionen Euro) profitiert auch Oberbayern von den Mitteln. Von den zehn Millionen Euro, die dem Bezirk zur Verfügung stehen, wurden bislang gut 1,6 Millionen Euro ausgezahlt. Allein die Stadt und der Kreis Rosenheim, die eine Million Euro zur Verfügung haben, kommen auf 675 000 Euro. Im Berchtesgadener Land sind es 480 000 Euro.

Langfristig sollen vier Programme helfen, die Schäden von Haushalten, Gewerbe, Landwirtschaft und kommunaler Infrastruktur in den Griff zu bekommen. Wer etwa sein Haus verloren hat, hat „gute Chancen, sehr viel zu bekommen“. Das Spektrum sei nach oben offen. Allerdings werde geprüft, „wer das Geld wirklich braucht“ und wer per Versicherung hätte vorsorgen können.

Zur Sicherheit, sagte Söder, stünden jene 200 Millionen Euro als „Hochwasser-Rücklage“ bereit, die sich Bayern 2013 beim Länderfinanzausgleich spare. Um aufgeweichte Dämme reparieren zu können, macht der Freistaat weitere 25 Millionen Euro locker. Die könnten auch nötig sein. Fürs Wochenende ist gerade im Raum Deggendorf wieder Starkregen angesagt.

von Marcus Mäckler

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