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Milchbäuerinnen bei einer Demonstration vor dem Bundeskanzleramt in Berlin

Weniger Betriebsaufgaben

Höfesterben in Bayern verlangsamt sich

Das Höfesterben in der bayerischen Landwirtschaft verlangsamt sich: In den vergangenen zehn Jahren halbierte sich der Prozentsatz der jährlichen Betriebsaufgaben von 3 auf nur noch 1,5 Prozent.

Das teilte Bayerns Agrarminister Helmut Brunner (CSU) am Mittwoch im Agrarausschuss des Landtags mit.  „Das ist eine historisch niedrige Betriebsaufgaberate.“

In etwa jeder dritte Bauernhof in Deutschland steht im Freistaat: Dem neuen Bericht zufolge wurden im Jahr 2013 insgesamt 111 700 landwirtschaftliche Betriebe in Bayern gezählt, und zwar mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 28 Hektar. Darunter waren 6600 Bio-Betriebe. Bayern sei damit Deutschlands bedeutendstes Öko-Land, sagte Brunner. Er will die Öko-Produktion im Freistaat weiter ankurbeln - etwa mit der Kennzeichnung heimischer Produkte.

Die Gewinne eines Haupterwerbsbetriebs stiegen im Wirtschaftsjahr 2012/2013 um 3,4 Prozent auf rund 54 400 Euro. Knapp 60 Prozent aller Betriebe mit 30 Prozent der Fläche werden im Nebenerwerb geführt.

Jeder siebte Arbeitsplatz in Bayern hängt nach Angaben Brunners mit der Agrar- und Forstwirtschaft zusammen. Mit rund 153 Milliarden Euro seien nahezu 15 Prozent aller Umsätze in Bayern in Landwirtschaft und Forstwirtschaft sowie vor- und nachgelagerten Bereichen erzielt worden. 242 000 Menschen arbeiteten allein in der Landwirtschaft.

Die Agrarexporte erreichten 2013 mit 8,5 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. 84 Prozent der Waren seien in EU-Staaten geliefert worden, sagte Brunner. „Wie sich das Russlandembargo und die Eintrübung der Weltwirtschaft auswirken, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.“

Der SPD-Agrarexperte Horst Arnold forderte weniger Bürokratie und bessere Hochschulangebote, um Nebenerwerbs-Höfe zu erhalten. Die Grünen-Agrarexpertin Gisela Sengl wertete die zunehmende Größe der Betriebe kritisch. „Diese Tendenz ist nach wie vor da“, sagte sie.

dpa

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