7 „Höhle der Löwen“-Stars stehen nebeneinander auf dem Roten Teppich. Judith Williams steht als zweite von links neben Carsten Maschmeyer.
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Ehemalige und aktuelle Jurymitglieder der „Höhle der Löwen“. Betrüger werben fälschlicherweise mit der TV-Show.

Die Polizei warnt

Üble Abzocke mit „Höhle der Löwen“-Masche: Mann aus Bayern um 800.000 Euro betrogen

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Eine miese Geldanlage-Abzocke brachte einen Rosenheimer um 800.000 Euro. Die Betrüger locken mit der gängigen Masche, die prominenten Investoren der Sendung „Die Höhle der Löwen“ hätten investiert.

Rosenheim - Die Schadenssummen sind immens. Immer mehr Betrügern gelingt es mit einer fiesen Masche Menschen um enorm viel Geld zu bringen. Mit vorgespielter Professionalität im Finanzsektor und angeblich positiven Aussagen, gar Lobeshymnen ihrer Tradingmethode von Prominenten, erlangen sie das Vertrauen ihrer Opfer. Oft wird dabei behauptet, die Investoren* der Vox*-Sendung „Höhle der Löwen“ hätten investiert.

„Höhle der Löwen“-Betrugsfall in Rosenheim: Mann um rund 800.000 Euro geprellt

Erst kürzlich wurde bekannt, dass ein Mann aus dem Kreis Rosenheim auf solch einen Betrug reingefallen ist. Und das über Jahre. Satte 800.000 Euro haben die Täter von dem 50-Jährigen damit ergaunert, wie das Polizeipräsidium Oberbayern in seiner jüngsten Pressemitteilung berichtet. Über mehrere Jahre habe der 50-Jährige bei mehreren Tradingplattformen etliche hunderttausend Euro investiert, bis er den Betrug feststellte. Mit den Brokern und Verantwortlichen der Tradingplattformen hatte er nur digital oder telefonisch kommuniziert und letztendlich auch den Fernzugriff auf den PC und das Online-Banking-Konto zugelassen. Die Chancen, das entwendete Geld zurückzuerlangen, stehen für den Rosenheimer laut bisheriger Polizeieinschätzung schlecht. Die Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim laufen, aber würden sich schwierig gestalten, denn die Täter sitzen im Ausland.

„Höhle der Löwen“-Abzocke: Betrüger locken mit hohen Gewinnsummen und prominenten Versprechen

Im Internet kursieren diverse Seiten mit teils wahnwitzigen Finanz-Versprechen und falschen Anhaben. Ob zum Thema Bitcoin, Binäre Optionen, Aktien, Indizes, Währungen (Forex), finanzielle Differenzkontrakte (CFDs). Die Betrüger spekulieren auf Wirtschafts-Laien und locken mit angeblich hohen Gewinnen. Das klingt für den Laien alles nach satten Gewinnen und gleichzeitig nach Überforderung. An ihre Opfer gelangen sie dabei durch Werbung im Internet, per E-Mail oder Telefonanruf, und geben sich als die professionelle Heilsbringer aus.

Investoren von „Höhle der Löwen“ werden bei Betrugsmasche oft „Lobeshymnen“ in den Mund gelegt

Wie die Polizei mitteilt, werde dabei immer öfter die Sendung „Die Höhle der Löwen“* zitiert und behauptet, dass die Investitionsform in der Show ein voller Erfolg gewesen wäre. Auch die Verknüpfung mit Verschwörungstheorien sei ganz oben auf der Hitliste, wie etwa die Behauptung, die entsprechende Folge der Sendung habe nicht ausgestrahlt werden dürfen, da zu viele Menschen davon profitiert hätten. „Neben einigen Prominenten werden dem Vorstand einer großen deutschen Bank Lobesworte in den Mund gelegt. All die genannten Personen haben schlichtweg nichts damit zu tun und werden missbraucht. Wer derart belogen sein Vermögen investiert, begibt sich in die sprichwörtliche Höhle der Löwen und sieht sein Geld nie wieder“, heißt es im Polizeibericht.

„Höhle der Löwen“-Betrüger beginnen mit geringen Investitionssummen - locken dem Opfer immer mehr Geld aus der Tasche

Sobald die Abzocker jemanden an der Hand haben geht ihr betrügerisches Spiel meist folgendermaßen weiter: „Die Opfer, die in der Regel nicht zu den Profis unter den Anlegern gehören, werden meist mit einem kleinen Anlagebetrag von 250 € geködert. Alles klingt seriös und die angeblichen ‚persönlichen Broker oder Trader‘, die sich auch nach Befüllen einer Internetseite innerhalb von Minuten telefonisch melden, wirken wie Profis“, wird es von der Polizei beschrieben.

„Höhle der Löwen“- Betrugsmasche ist stufenweise angelegt - Polizei erklärt übliches Vorgehen

Dann werde hochtrabend von Tradingstufen gesprochen und effektheischend die Marktentwicklungen präsentiert. Die Einstiegssumme von 250 € vermehre sich schnell. Dies „belegen“ die Täter mit einem konstruierten Internet-Kundenkonto. Mit verschiedenen Maschen wird man zu weiteren Investitionen animiert. „Oftmals spielen die Täter eine Remote-Software auf den PC - angeblich zur Unterstützung und um das Trading-Portal besser erklären zu können - und sind so in der Lage direkt auf den PC und den Online-Banking-Bereich des Opfers zuzugreifen“, erklärt die Polizei. Der virtuelle Kontostand steigt immer höher an, nur dass davon nichts reell ist. Jede beliebige Zahl kann von den Tätern auf der Seite eingetippt werden, denn das tatsächlich eingezahlte Geld ist schon längst im Ausland und die Opfer gehen leer aus.

Polizeipräsident Kopp: „Enorme Steigerung sowohl bei Qualität als auch Quantität“

Polizeipräsident Robert Kopp sagt: „Unsere Kriminalpolizeidienststellen verzeichnen derzeit eine enorme Steigerung beim sogenannten Cybertrading Fraud, sowohl bei der Quantität als auch bei der Qualität. Die hohen Fallzahlen und steigende Schadenssummen bereiten uns Sorgen. Neben den aufwändigen Ermittlungen bauen wir auf Aufklärung um so den Betrügern einen Strich durch die Rechnung zu machen.“

Das Polizeipräsidium Oberbayern gibt folgende Tipps zur sicheren Geldanlage heraus

  • Enormer Gewinn, kaum Risiko? Dann wäre es kein Geheimnis und es würde jeder machen… Seien Sie misstrauisch!
  • Sie finden über Suchmaschinen wenige oder überwiegend negative Informationen zu der Handelsplattform? Seien Sie misstrauisch!
  • Tolle Gewinnentwicklung auf dem (Demo-) Konto? Das Geld ist noch lange nicht auf ihrem Bankkonto. Seien Sie misstrauisch!
  • Der „Broker“ ruft zwar Sie an, aber Sie können ihn unter der Nummer nicht erreichen? Seien Sie misstrauisch!
  • Sie sollen mehr Geld investieren um in eine höhere Handelsstufe aufzusteigen oder Gewinne zu „sichern“? Seien Sie misstrauisch!

Die Polizei möchte dabei folgendes deutlich machen: „Niemand sollte sich schämen Opfer eines Betruges geworden zu sein und sich aus diesem Grunde nicht bei der Polizei melden! Die uns bekannten Fälle belegen, dass dies Menschen aus allen Bevölkerungs- und Bildungsschichten passieren kann.“ (feb) Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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