Busfahrer wird mit Messer angegriffen und tödlich verletzt
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In Hof starb ein Busfahrer durch einen Messerangriff. Nun gibt die Polizei Verhaltenstipps für Konfliktsituationen.

„Ganz schmaler Grat“

Nach Attacke in Hof: Wie verhält man sich bei einem Messerangriff? Polizei gibt Tipps

  • Katarina Amtmann
    VonKatarina Amtmann
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In Hof starb ein Busfahrer, als er bei einem Streit eingriff. In Würzburg stellten sich Menschen einem Messerangreifer in den Weg - doch wie sollte man sich bei einem Angriff verhalten?

Hof - Die Bluttat von Hof* schockiert: Ein Busfahrer aus Polen ging bei einem Streit dazwischen und starb, als er von einem 43-Jährigen mit einem Messer angegriffen wurde. Doch wie sollte man sich in einer solchen Situation verhalten, ohne dabei sein eigenes Leben zu gefährden? „Wir wissen jetzt natürlich nicht, ab wann das Messer zu sehen war. Sollte ein Messer im Spiel sein, kann man aber nur jedem raten, größtmöglichen Abstand zu halten und nicht den Helden zu spielen“, sagte der Nürnberger Polizeihauptmeister und Selbstverteidigungstrainer Christian Roos im Interview mit nordbayern.de.

Nach Messerangriff in Hof: Polizei gibt Verhaltenstipps

Roos bietet Verhaltenstrainings an, in denen man lernt, wie man sich in Konfliktsituationen verhalten soll. Er warnt, dass selbst mit einem kleinen Taschenmesser schwerwiegende oder gar tödliche Verletzungen verursacht werden können, „dazu braucht man kein Rambo-Messer.“ Man müsse immer damit rechnen, dass das Gegenüber gut damit umgehen kann und „dann verblutet man, selbst wenn der Notarzt schon daneben steht“, so Roos gegenüber nordbayern.de.

Doch was sollte man stattdessen in einer solchen Situation tun? „Man sollte aus der Entfernung lautstark sein“, so der Tipp des Polizeihauptmeisters. Man könne beispielsweise „Hey, was machen Sie da? Sie haben da ein Messer, Vorsicht!“ rufen, wodurch man andere Menschen darauf aufmerksam macht und sie gleichzeitig warnt. Und natürlich sollte man sofort den Notruf wählen. Und auch für die Profis gilt: „Wenn ein Messer im Spiel ist, gehe ich da auch als ausgebildeter Polizeibeamter nicht ohne Schutzweste und Waffe rein“, erzählt Roos im nordbayern.de-Interview.

Messerangriff in Hof: Busfahrer getötet

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Experte zu Würzburg-Angriff: „Da muss man extrem vorsichtig sein“

Angesprochen auf den Angriff in Würzburg, bei dem mehrere mutige Bürger den Messerangreifer in Schach hielten erklärte er, dass es gut sei, wenn die Menschen weitere Opfer verhindert haben. „Aber das ist ein ganz schmaler Grat, da muss man extrem vorsichtig sein und keinen falschen Ehrgeiz entwickeln. Es ist niemandem geholfen, wenn da plötzlich zwei, drei oder vier Opfer mehr daliegen.“ Wäre es in Würzburg anders gelaufen, wäre auch die Beurteilung anders. „Durch Würzburg* sollte niemand bestärkt werden, sein Leben in solchen Situationen aufs Spiel zu setzen. Man soll nicht denken, dass es cool ist, sich selbst zu gefährden“, warnt Roos im Gespräch mit nordbayern.de weiter.

Doch wie sollte man nun reagieren, wenn zunächst keine Waffe zu sehen ist, der Angreifer dann aber plötzlich ein Messer auspackt? Roos rät, immer auf die Hände der Person zu achten, um schnell eine Waffe entdecken zu können. „Wenn ein Messer auftaucht, sollte man ganz schnell Land gewinnen“, erklärt er. Und wenn der Angreifer keine Waffe hat? „Wenn Sie den 8. Dan in Karate haben und auf solche Situationen trainiert sind, können Sie das wohl wagen. Einem Laien würde ich es aber keinesfalls raten“, stellt er im Interview klar. Schließlich wisse man nie, wer einem gegenübersteht. Außerdem seien die Täter oft in einem psychischen Ausnahmezustand, sie würden ihr Schmerzempfinden oft ausblenden. „Niemand kann verlangen, dass man da körperlich eingreift. Das ist dann auch keine unterlassene Hilfeleistung.“ (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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