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Michael Lerchenberg, ehemaliger Intendant der Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel, wurde angeklagt.

Staatsanwaltschaft wirft Lerchenberg Betrug vor

Verantwortliche der Luisenburg-Festspiele angeklagt: Wurden Sozialversicherungsabgaben umgangen?

Die Staatsanwaltschaft Hof wirft den ehemaligen Verantwortlichen der Luisenburg-Festspiele vor, Sozialversicherungsabgaben umgangen zu haben.

Hof/Wunsiedel - Weil Mitarbeiter der Luisenburg-Festspiele als Scheinselbstständige beschäftigt worden sein sollen, hat die Staatsanwaltschaft Hof Anklage gegen Ex-Intendant Michael Lerchenberg und den Ersten Bürgermeister von Wunsiedel, Karl-Willi Beck, erhoben. Sie wirft ihnen nach Angaben vom Donnerstag vor, in 111 Fällen den Krankenkassen Beiträge des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers zur Sozialversicherung vorenthalten zu haben. Den Gesamtschaden beziffert die Behörde auf mehr als 292 000 Euro. 

Lerchenberg wollte sich zu dem laufenden Verfahren nicht detailliert äußern. „Es handelt sich um eine komplizierte Rechtssituation, insbesondere was die Frage der Verantwortlichkeit betrifft“, teilte er schriftlich mit. „Mein Verteidiger und ich sind aber der Meinung wohlüberlegte Argumente zu haben, die zu meinen Gunsten sprechen. Wir werden diese aber weiterhin nur im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens vortragen.“ Von der Stadt Wunsiedel hieß es, dass sie sich zu den Vorwürfen überhaupt nicht äußern werde.

Lerchenberg soll in den Spielsaisonen 2008 bis 2015 mit Mitarbeitern der Festspiele Werkverträge als Selbstständige abgeschlossen haben, „ohne dass die Voraussetzungen hierfür vorlagen, und so die Sozialversicherungsabgaben umgangen haben“. Es handle sich um 18 Mitarbeiter, die laut Staatsanwaltschaft tatsächlich als abhängig Beschäftigte tätig waren. Weitere fünf Arbeitnehmer sollen als geringfügig Beschäftigte zur Sozialversicherung angemeldet gewesen sein, aber mehr gearbeitet haben - teils wie Vollzeitbeschäftigte.

Da die Stadt Wunsiedel die Festspiele als Eigenbetrieb führt, wirft die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Hof Beck in seiner Eigenschaft als Bürgermeister vor, über die Praxis informiert gewesen zu sein. Zudem habe er Lerchenberg walten lassen, ohne eingeschritten zu sein - was jedoch seine Pflicht gewesen wäre. 

Im Interview mit tz.de* erzählte Lerchenberg über seine Beweggründe, die Luisenburg-Festspiele zu verlassen. Das Interview gibt es hier: Lerchenberg und Wunsiedel: Knüppel aus dem Sack.

dpa

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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