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Die wegen Mordes angeklagten Friedrich P. (r) und Michael S. (l) im Landgericht in Nürnberg.

Bestattermord: Hohe Haftstrafen für Angeklagte

Nürnberg - Mit einem Kantholz aus dem Sarglager sollen zwei Bestatter einen Kollegen erschlagen und unter falschem Namen eingeäschert haben. Am Montag verurteilte ein Gericht die beiden zu hohen Gefängnisstrafen.

Einer der beiden Angeklagten hatte gestanden, das 43 Jahre alte Opfer an Ostern 2007 auf Anordnung seines Mittäters getötet zu haben. Der Drahtzieher beteuerte hingegen bis zuletzt seine Unschuld; nach seinen Angaben ist das Opfer im Ausland untergetaucht. Das Schwurgericht verurteilte den 54-Jährigen dennoch zu einer lebenslangen Haftstrafe. Sein von ihm abhängiger Handlanger soll unter Berücksichtigung der Kronzeugenregelung für 13 Jahre ins Gefängnis.

Ihm sei das Opfer im Weg gewesen, weil der 43-Jährige hartnäckig auf seinen Geldforderungen beharrte, schilderte der Richter. Das Opfer hatte dem Verurteilten 2005 sein Bestattungsinstitut verkauft, die gut 70 000 Euro dafür aber nie gesehen - genauso wenig wie 100 Millionen Dollar, die ihm der “Geschichten- und Märchenerzähler hoch drei“ als Strohmann für Schwarzgeldgeschäfte versprochen hatte.

Der Staatsanwalt hatte für den Geständigen 15 Jahre Gefängnis, für den Haupttäter lebenslange Haft bei besonderer Schwere der Schuld gefordert. Damit hätte der Mann nicht wie sonst üblich nach 15 Jahren entlassen werden können. Dessen Verteidigerin kündigte an, sämtliche Rechtsmittel auszuschöpfen, um doch noch einen Freispruch zu erlangen. Der Anwalt des Geständigen hatte auf weniger als zehn Jahre Haft plädiert, wird das Urteil aber voraussichtlich akzeptieren.

dpa

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