Holledau: Belegschaft verteidigt den Chef

Pfaffenhofen - Im Streit zwischen dem Betriebsrat und dem Betreiber der Raststätte Holledau meldet sich jetzt ein Teil der Belegschaft – und verteidigt den Chef.

Der Betriebsrats-Chefin wird gekündigt, die Gewerkschaft zeigt daraufhin den Pächter an: Um die Raststätte Holledau an der Autobahn A 9 München-Nürnberg gab es in den vergangenen Wochen viel Wirbel. Jetzt stellt sich ein Teil der Belegschaft hinter den Betreiber, Thomas Förster, der zugleich Vizepräsident im Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband ist.

In einem offenen Brief widersprechen neun Mitarbeiter den Vorwürfen, die die Betriebsratsvorsitzende erhebt. Diese hatte behauptet, dass die Betreiber, Förster und sein Bruder, Lohn gekürzt oder nicht ausgezahlt, Überstunden nicht vergolten hätte. Pausen seien nicht erlaubt worden, die Belegschaft sei unterbesetzt, Schichten von 13 Stunden seien die Regel. Widerspruch im Betriebsrat hätten die Chefs nicht geduldet. Sogar von Erpressung war die Rede. Daraufhin hatte sich die Betriebsrätin an die Presse gewandt, die zuständige Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten zeigte Förster an. Mit dem Herantreten an die Öffentlichkeit sei die Kollegin zu weit gegangen, heißt es jetzt in einem offenen Brief. Nach der Pleite des vorherigen Betreibers hätte „etwas verändert werden müssen, damit es wieder bergauf geht“. Wegen des Saisongeschäfts und der negativen Presse hätte sich kaum jemand auf Stellenanzeigen beworben. Deshalb hätten die Försters „als letzte Lösung“ auf Zeitarbeitsfirmen zurückgreifen müssen. „Die Dienstpläne mussten hierdurch kurzfristig geändert werden“, schreiben die neun Mitarbeiter.

Falsch sei auch, dass Mitarbeiter der Raststätte nicht auf die Toilette gehen dürften und es keine Pausen gebe. Die Lohnabrechnungen seien nur im Zuge der Umstellung falsch gewesen, diese habe die Geschäftsleitung aber in den Monaten darauf korrigiert. „Bis heute ist von uns keiner von den Försters bedroht, beleidigt, belogen oder beschimpft worden“, heißt es.

Die Unterzeichner des Briefs attackieren auch die Gewerkschaft. „Wir dachten, dass dies eine Institution ist, die sich für die Rechte und das Wohl der Mitarbeiter einsetzt und nicht Halbwahrheiten einer Betriebsrätin unterstützt, ohne uns Mitarbeiter zu befragen.“ Man habe nach den Berichten einige Stammgäste verloren und fürchte nun um die Arbeitsplätze.

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