+
Weil Richard Williamson hat den Holocaust geleugnet. Im September geht der Prozess in die fünfte Runde.

Wegen Volksverhetzung verurteilt

Berufungsprozess gegen Holocaust-Leugner

München - Vor fast fünf Jahren hatte der damalige Pius-Bischof Richard Williamson den Holocaust geleugnet. Wegen Volksverhetzung wurde der Brite bereits dreimal verurteilt. Im September geht der Fall in die fünfte Runde.

Der Brite hatte im November 2008 in einem nahe Regensburg aufgezeichneten Interview für das schwedische Fernsehen die Existenz von Gaskammern und den millionenfachen Mord an Juden bestritten. Die in die Kritik geratenen Piusbrüder schlossen den Bischof im vergangenen Oktober aus ihrer Gemeinschaft aus.

Dreimal wurde Williamson bereits wegen Volksverhetzung verurteilt - jedes Mal legte er Rechtsmittel ein. Zunächst hatte das Landgericht Regensburg in zweiter Instanz eine Verurteilung des Amtsgerichts im April 2010 wegen Volksverhetzung in Höhe von 6500 Euro (100 Tagessätze zu je 65 Euro) bestätigt. Das Oberlandesgericht Nürnberg kassierte im Februar 2012 jedoch das Urteil aufgrund von Verfahrensmängeln. Nach einem überarbeiteten Strafbefehl, verurteilte in diesem Januar das Amtsgericht den Ex-Bischof erneut, reduzierte jedoch die Geldstrafe wegen der geringeren Einkünfte Williamsons auf 1800 Euro. Auch dagegen legte er Berufung ein. So muss sich nun zum fünften Mal ein bayerisches Gericht mit dem Fall beschäftigen.

„Die Aussagen für das schwedische Fernsehen sind in Schweden legal“, begründete Williamsons Verteidiger, Andreas Geipel, am Dienstag auf Anfrage die Berufung. Anschließend habe jemand die Äußerungen illegal kopiert und im Internet weiterverbreitet. „Das hat mein Mandant weder gewusst noch gewollt“, betonte Geipel. Dies könne Williamson nicht angelastet werden.

Bei einer Verurteilung werde auf jeden Fall die nächste Instanz - das Oberlandesgericht - angerufen, betonte der Rechtsanwalt aus München. Er schloss auch den Gang zum Bundesverfassungsgericht und zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nicht aus. So könnten die von Williamson selbst unbestrittenen Äußerungen über den Holocaust die Gerichte noch viele Jahre beschäftigen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mann stürzt fünf Meter tief vom Baum - schwer verletzt
Ein 55-jähriger Mann hat sich bei der Gartenarbeit in Unterfranken schwer verletzt. Ein morscher Ast wurde dem Mann zum Verhängnis. 
Mann stürzt fünf Meter tief vom Baum - schwer verletzt
Blutiger Streit: Frau attackiert Ex-Freund mit Küchenmesser
Mit einem Küchenmesser hat eine 34 Jahre alte Frau ihren Ex-Freund in Nürnberg schwer verletzt. Der 38-Jährige schwebt in Lebensgefahr.
Blutiger Streit: Frau attackiert Ex-Freund mit Küchenmesser
Schläger mischen Studentenparty auf - zwei Gäste verletzt
Drei betrunkene Männer haben sich ohne Einladung Zutritt zu einer Studentenparty in Augsburg verschafft und unvermittelt auf die Feiernden eingeschlagen.
Schläger mischen Studentenparty auf - zwei Gäste verletzt
Bauernhof in Flammen - Rauchsäule kilometerweit zu sehen
Kilometerweit war eine Rauchsäule am Sonntagmorgen in Oberfranken zu sehen. Der Grund: Ein Feuer war in einer Scheune in Bindlach ausgebrochen. Der Schaden ist enorm.
Bauernhof in Flammen - Rauchsäule kilometerweit zu sehen

Kommentare