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Richard Williamson, britischer Holocaust- Leugner und Bischof der umstrittenen Piusbruderschaft, hat sich für seinen Regensburger Prozess wegen Volksverhetzung einen neuen Anwalt genommen.

Holocaust-Leugner Williamson: neuer Anwalt

Regensburg - Richard Williamson, britischer Holocaust- Leugner und Bischof der umstrittenen Piusbruderschaft, hat sich für seinen Regensburger Prozess wegen Volksverhetzung einen neuen Anwalt genommen.

In dem Berufungsprozess um ein Fernsehinterview, in dem Williamson den Massenmord an den Juden in den Nazi-Gaskammern bestritten hat, lässt sich der Geistliche nun durch den Heilbronner Anwalt Norbert Wingerter verteidigen. Die Kanzlei von Wingerter bestätigte einen entsprechenden Bericht der “Heilbronner Stimme“ (Freitag).

Damit hat der Traditionalistenbischof einen drohenden Ausschluss aus der erzkonservativen Bruderschaft Pius X. abgewendet. Sie hatte verlangt, dass er sich umgehend von einem der rechtsextremen Szene zugerechneten Verteidiger trennen müsse. Diesen hatte der Geistliche zunächst verpflichtet, nachdem sein zuvoriger Coburger Anwalt Matthias Loßmann sein Mandat niedergelegt hatte.

Piusbruderschaft forderte, gerichtliche Auseinandersetzung zu beenden

Da das Fernsehinterview im deutschen Priesterseminar der Piusbrüder in Zaitzkofen bei Regensburg aufgezeichnet wurde, ist die Regensburger Justiz zuständig. Das dortige Amtsgericht hatte den 70- Jährigen im April zu einer Geldstrafe von 10 000 Euro wegen Volksverhetzung verurteilt. Gegen dieses Urteil hatten sowohl Williamson als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.

Der neuerliche Prozess war abgesetzt worden, als Williamson und sein Anwalt Loßmann ihre Zusammenarbeit beendet hatten. Die Piusbruderschaft hatte Williamson auch aufgefordert, die gerichtliche Auseinandersetzung zu beenden und die Strafe anzuerkennen.

Der Papst hatte im Januar 2009 Williamson und drei weitere exkommunizierte Bischöfe der Bruderschaft Pius X. wieder in die katholische Kirche aufgenommen. Da gerade zu dieser Zeit auch der Inhalt des Interviews mit Williamson bekanntwurde, war die Entscheidung des Vatikans weltweit heftig kritisiert worden. Später hatte Benedikt XVI. Fehler bei der Aufhebung der Exkommunikation des rechtsgerichteten Kirchenmanns eingeräumt und erklärt, von dessen Holocaust-Leugnung erst nach seiner Entscheidung erfahren zu haben.

dpa

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