Hopfenbauern leiden unter Schädlingen

Wolnzach - Wären nur Mehltau und Kartoffelbohrer nicht - die Pflanzenschädlinge setzen Deutschlands Hopfenbauern zu. Dennoch erwartet der Verband mit 34.000 Tonnen eine durchschnittliche Ernte.

Deutschlands Hopfenbauern erwarten trotz Mehltaus und Kartoffelbohrers in ihren Gärten eine durchschnittliche Ernte. Wenn das Wetter bis zum Spätsommer schön bleibt und die Reben von Hagel verschont bleiben, könnten nach ersten Schätzungen in diesem Jahr fast 34 000 Tonnen Hopfen geerntet werden. Davon entfallen allein 29 000 Tonnen auf die Hallertau, wie es bei der Präsentation der Zahlen am Freitag in Wolnzach nahe Pfaffenhofen an der Ilm hieß. 2013 waren es bundesweit lediglich 27 500 Tonnen gewesen.

Die besseren Aussichten für 2014 führt der Präsident des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer, Johann Pichlmaier, auf den milden und trockenen Winter zurück, der einen regelrechten Frühstart beim Anbau zugelassen habe: „Die Trockenheit und der Vegetationsvorsprung setzten sich in den Folgemonaten fort, bis im Verlauf des Juli ausreichend Niederschläge zumindest in der Hallertau zu verzeichnen waren.“ 2013 hatten ein nasses Frühjahr und eine Hitzewelle im Sommer dem Wachstum geschadet. Das „grüne Gold“, wie der Hopfen auch heißt, wird hauptsächlich zum Bierbrauen verwendet.

Die Anbaufläche stieg bundesweit gegenüber 2013 um gut 450 Hektar auf 17 300 Hektar, ein Zuwachs von 2,7 Prozent. 14 500 Hektar davon stehen in der Hallertau. Dennoch gaben 39 Betriebe auf, davon allein 23 in der Hallertau, wie Pichlmaier berichtete.

Probleme bereitet den Landwirten der Kampf gegen Pflanzenschädlinge. „Hintergrund ist die permanente, aus unserer Sicht völlig überzogene Verschärfung der Zulassungsvorschriften auf europäischer Ebene“, erläuterte Pichlmaier. Etliche Hopfengärten seien vom echten Mehltau befallen, einer Pilzkrankheit, die zum Totalausfall der Ernte führen kann. Der Anbauverband beantragte eine Notgenehmigung für ein Pflanzenschutzmittel. Die Larven des sogenannten Kartoffelbohrers vernichteten zudem die Ernte auf rund 60 Hektar.

Der Hopfenpflanzer-Verband will verstärkt in China Fuß fassen. Eine Werbekampagne für deutschen Qualitätshopfen werde vorbereitet, hieß es weiter. Mit zuletzt 500 Millionen Hektoliter Jahresausstoß ist China der größte Biermarkt der Welt und ein großer Wachstumsmarkt. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Hektoliter Bier getrunken. Der Kongress des Internationalen Hopfenbüros, des Weltverbandes aller hopfenerzeugender Länder, findet Ende Juli 2015 im niederbayerischen Bad Gögging statt.

dpa

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