Vor den Amtsgerichten in Freising und Augsburg

"Horror-Haus" mit Katzen: Paar wegen Tierquälerei verurteilt

Gammelsdorf/Augsburg - Die einen hielten sich in einem Haus 65 Perserkatzen, die anderen in einer Wohnung 18 Katzen: Beide Züchterpaare mussten sich nun vor Gericht verantworten - die einen landeten in Freising, die anderen in Augsburg. Beide wurden bestraft.

Die Amtsgerichte in Freising und Augsburg haben sich jeweils mit einem Fall beschäftigt, in dem Katzen eine tragende Rolle spielten: Der eine hatte im Februar 2014 für Schlagzeilen in den Medien gesorgt. Es war zu lesen vom „Horror-Haus“ von Gammelsdorf (Landkreis Freising). Ein Katzenzüchter-Paar hielt in einem zweistöckigem Haus 65 Perserkatzen unter Umständen, die das Amtsgericht Freising als Tierquälerei bewertetet hat.

65 Katzen: Viele der Tiere waren nicht mehr zu retten

Nachdem sich Anfang 2014 Nachbarn der Katzenzüchter beschwert hatten, erwirkte das Veterinäramt eine Hausdurchsuchung. Bei der Verhandlung zeigte Amtsrichterin Tanja Weihönig Fotos vom Haus und den Katzen: Der Fußboden war zentimeterhoch mit Kot bedeckt.

Die struppigen Tiere, denen blutiger Ausfluss aus Augen und Nasen rann, lagen apathisch in ihrem Kot zwischen bereits verendeten Artgenossen. Gebiss und Zahnfleisch der Tieren waren vereitert. Die Katzen waren dehydriert und litten an Atemnot. Die Kontrolleure mussten bei der Hausdurchsuchung sieben Katzen an Ort und Stelle einschläfern. Eine Mitarbeiterin des Veterinäramtes schloss Kannibalismus unter den verhungernden Katzen nicht aus. „So etwas tun Katzen normalerweise nicht“, sagte sie. Das Gericht verurteilte das Züchter-Ehepaar (beide 43) zu hohen Bewährungsstrafen.

18 Katzen in einer 100-Quadratmeter-Wohnung sind zu viel

In einem anderen Fall war das Urteil zwar ein ganz anderes. Aber auch hier ging darum, wie viele Katzen man auf engsten Raum halten darf. Das Amtsgericht Augsburg entschied, dass 18 Katzen in einer 100-Quadratmeter-Mietwohnung zu viel sind und eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Das Gericht gab damit einem Vermieter Recht. Dieser hatte den Mietern beim Einzug vor vier Jahren erlaubt, in der Wohnung im dritten Stock eine Katze zu halten. Da mittlerweile aber viel mehr Tiere in der Wohnung gehalten wurden, beschwerten sich nach Angaben des Eigentümers die anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses über den Gestank des Katzenurins im Treppenhaus.

Die Mieter bestritten vor Gericht, dass es wegen der Katzen stinke. Außerdem seien es nur sieben erwachsene Tiere, die anderen elf Katzen seien erst wenige Wochen alt. Das Gericht sah dies anders. Es komme letztlich nicht auf die tatsächliche Geruchsbelästigung an. Selbst nur sieben erwachsene Katzen seinen eine Pflichtverletzung der Mieter.  

an/lby

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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