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Christine Ulrich.

Kommentar

Hortplätze fehlen: Ein unwürdiger Nervenkrieg

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Nervenkrieg um Hortplätze: Das ist Münchens nicht würdig. Der Kampf um Betreuungsplätze muss aufhören. Ein Kommentar von Merkur-Redakteurin Christine Ulrich.

Was Familien mit kleinen Schulkindern in Sachen Betreuungsplätze zugemutet wird, ist unerträglich – in München wie in anderen bayerischen Kommunen. Vor vier Jahren trat der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz in Kraft. Kitas wurden ausgebaut, und Eltern haben sich arbeitstechnisch darauf eingestellt, dass es – wenn nötig – bis spätnachmittags eine Betreuung gibt. Nun kommt die erste Generation dieser Garantie-Kinder in die Schule. Und für die Eltern beginnen die Probleme ganz von vorne: weil es nicht genug Ganztagsangebote gibt.

Immer mehr Frauen sind berufstätig, und immer mehr Schüler brauchen mindestens mittags eine Betreuung. Gerade München hat Versäumnisse vieler Jahre aufzuholen und ein ungleich größeres Wachstum aufzufangen. Doch es ist absehbar, wann Krippenkinder eingeschult werden, also müsste die Stadt vielerorts früher Lösungen parat haben. Was aktuell an Nervenkrieg und Platz-Herumschieberei vonstatten geht, ist Münchens unwürdig. 

Mittelfristig muss vor allem ein umfassendes Betreuungskonzept her. Eines, das Eltern wirkliche Wahlfreiheit bietet. Das Zukunftsmodell ist dabei eher nicht der Hort, allein weil Erzieher fehlen. Sondern die gebundene oder offene Ganztagsschule – und bei dieser ist der Freistaat viel stärker in der Pflicht, als er bisher wahrhaben will.

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