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Begleiter auf dem letzten Weg: Immer mehr alte Menschen haben Migrationshintergrund. Die Hospizdienste versuchen sich auf diese Herausforderung einzustellen.

Mehr alte Menschen mit Migrationshintergrund

Hospizhelfer aus anderen Kulturen gesucht

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2030 wird etwa jeder vierte ältere Mensch in Bayern einen Migrationshintergrund haben. Das stellt auch Sterbebegleiter vor neue Herausforderungen. Denn viele Menschen fallen am Ende ihres Lebens wieder in ihre Muttersprache zurück. Um sie kultursensibel betreuen zu können, suchen die Hospizdienste Helfer.

München– Am Ende des Lebens ist für viele Menschen die alte Heimat plötzlich wieder ganz nah. Egal wie lange sie schon in Deutschland leben, viele fallen zurück in ihre Muttersprache. Yasemin Günay, Palliative-Care-Fachkraft beim Münchner Hospizdienst DaSein, beobachtet das oft. In den vergangenen drei Jahren immer häufiger. Und nicht nur bei Demenzpatienten. „In ihrer Muttersprache fühlen sich viele Menschen wohler“, erklärt sie. Doch das stellt nicht nur hauptamtliche, sondern auch ehrenamtliche Hospizhelfer vor eine größer werdende Herausforderung.

Neulich gab es so einen Fall. Ein älterer Mann sprach die letzten Wochen vor seinem Tod nur noch Russisch. Günay hat viel telefoniert damals, um jemanden zu finden, der ihm und seiner Familie zur Seite stehen kann. Denn in ihrem Hospizdienst konnte niemand Russisch. Situationen wie diese werden häufiger kommen, ist Günay überzeugt. Laut Hochrechnungen wird der Anteil älterer Menschen mit Migrationshintergrund im Jahr 2030 bei 24 Prozent liegen. In Großstädten wie München ist der Anteil schon jetzt sehr hoch. „In den vergangenen drei Jahren hat sich die Zahl unserer Patienten mit Migrationshintergrund verdoppelt“, berichtet Günay. Die Hospizdienste in Bayern müssen sich darauf vorbereiten. Sie suchen gezielt nach Ehrenamtlichen, die ebenfalls Migrationshintergrund haben und schwerkranke Menschen in ihrer Muttersprache auf dem letzten Lebensabschnitt kultursensibel begleiten können.

Yasemin Günay hat deshalb bereits Kerstin Schreyer, die Integrationsbeauftragte der Staatsregierung, angesprochen. Auch beim Münchner Migrationsbeirat und bei Vereinen will sie vorsprechen, um auf das Thema aufmerksam zu machen und Helfer mit Migrationshintergrund für die Sterbebegleitung zu gewinnen. Die Ehrenamtlichen stehen den Patienten und deren Familien zwei bis vier Stunden pro Woche zur Seite. Sie werden für diese Aufgabe von den Hospizdiensten ausgebildet und unterstützt. Manchmal begleiten sie die Patienten zum Einkaufen oder auf Spaziergänge. „Es geht aber auch darum, die Angehörigen zu entlasten“, berichtet Günay.

Der Hospizdienst DaSein bekommt derzeit Unterstützung von 60 Ehrenamtlichen. Nur sechs davon haben selbst Migrationshintergrund. Vor allem die Sprachen Türkisch, Kroatisch, Griechisch, Italienisch und Polnisch sind aber immer häufiger gefragt, berichtet Günay. Einen Teil davon können die Ehrenamtlichen, die der Hospizdienst DaSein bereits gewonnen hat, abdecken. „Aber das wird in ein paar Jahren nicht mehr ausreichen.“

Kontakt für Interessierte

Yasemin Günay, Telefon 089/124 70 51 42, E-Mail: y.guenay @hospiz-da-sein.de.

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