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Ehemaliger Corona-Hotspot in Bayern: Viel mehr Infizierte? Studie deckt heftige Dunkelziffer auf

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Ehemaliger Corona-Hotspot in Bayern: Deutlich mehr Infizierte? Studie deckt heftige Dunkelziffer auf

  • Katarina Amtmann
    VonKatarina Amtmann
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Tirschenreuth war eine Zeit lang Deutschlands Corona-Hotspot Nummer 1. Nun zeigt eine Studie, wie ernst die Lage in dem bayerischen Landkreis wirklich war.

Tirschenreuth - Der bayerische Landkreis Tirschenreuth machte im vergangenen Jahr Schlagzeilen als Corona-Hotspot Deutschlands. Selbst im Kreis Heinsberg, in dem es den ersten größeren Ausbruch in Deutschland gegeben hat, war die Inzidenz im letzten April nicht so hoch wie in dem Oberpfälzer Landkreis.

Ehemaliger Corona-Hotspot Tirschenreuth: Studie legt Dunkelziffer offen

Nun gibt eine wissenschaftliche Studie weitere Einblicke in die damalige Situation: Demnach lag die Dunkelziffer der Sars-CoV-2*-Infizierten im Landkreis Tirschenreuth in der ersten Jahreshälfte 2020 bei 80 Prozent. Die Studie wurde im vergangenen Frühjahr gestartet. Demnach kamen auf eine Person, bei der eine Infektion mittels Test* registriert worden war, vier Personen, die Antikörper aufwiesen und somit infiziert waren, ohne es gewusst zu haben. Mit 92 Prozent war die Dunkelziffer in der Altersgruppe der 14- bis 20-Jährigen am höchsten. Bei den Menschen ab 85 Jahren lag sie bei 41 Prozent.

Den Berechnungen nach hatten bis Juni 2020 8,6 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Tirschenreuth eine Sars-CoV-2-Infektion durchlaufen. 2,5 Prozent der Infizierten starben zwischen Februar und Juni 2020 an oder mit einer Covid-19-Erkrankung. 0,5 Prozent der Verstorbenen waren jünger als 60 Jahre, 14 Prozent stammten aus der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen. 45 Prozent der Verstorbenen lebten in Senioren- und Pflegeheimen.

Corona-Studie in ehemaligem Hotspot: Hohe Dunkelziffer unter Jüngeren

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass sowohl Alter wie auch Betreuungssituation Einfluss auf die Sterberate im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion hatten und die Dunkelziffer unter jüngeren Menschen besonders hoch war. Das stütze die aktuelle Teststrategie, die Jugendliche einbezieht, sowie die bevorzugte Impfung von Menschen ab 70 Jahren und von Personal in Pflege- und Heilberufen.

6000 Menschen ab 14 Jahren wurden per Zufalsprinzip ausgewählt und um eine Teilnahme gebeten. 4200 von ihnen hatten mitgemacht, wie die Studienleiter am Mittwoch mitteilten. In Auftrag gegeben hatte die Studie im April 2020 das Wissenschaftsministerium, durchgeführt wird sie von Fachleuten der Unikliniken Regensburg* und Erlangen. Die Studie läuft noch, weitere Ergebnisse stehen aus.

2020: Tirschenreuther Landrat nimmt Stellung zur Rolle seines Landkreises als Corona-Hotspot

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Ehemaliger Corona-Hotspot Tirschenreuth: Landkreis liegt aktuell unter 100

Den Angaben nach war Tirschenreuth bis Herbst 2020 bei mehr als 1500 registrierten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern der am stärksten vom Coronavirus betroffene Landkreis in Deutschland. Am Mittwoch (14. April) lag die Inzidenz* nach Angaben des Robert-Koch-Instituts* bei 94,4. Damit ist Tirschenreuth einer von nur drei Landkreisen im Freistaat, die unter dem Grenzwert von 100 liegen. (kam/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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