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Bayerns Berg-Männer: Alexander (l.) und Thomas Huber, bekannt als die „Huberbuam“. Das ZDF dreht gerade eine 3D-Doku mit ihnen.

So besiegte Huberbua Thomas den Nierentumor

Berchtesgaden – Das Jahr der Extreme: Ärzte finden bei Thomas Huber einen Tumor auf der Niere. Die gemeinsame Karriere der Huberbuam steht auf dem Spiel. Heute, ein halbes Jahr später, sind beide schon wieder auf dem Berg – um die Route ihres Lebens zu klettern.

Bei einer Routineuntersuchung kam der Schock für Thomas Huber, Jahrgang 1966. Da sei ein tumorartiges Gebilde auf der Niere, haben die Ärzte dem Älteren der beiden Huberbuam gesagt. Sofort haben die beiden Extremkletterer eine lange geplante Expedition abgesagt. Stattdessen ging es für Thomas Huber in den Operationssaal im Klinikum Großhadern, Anfang des Jahres war das. „Es war ein schwerwiegender Eingriff“, sagt er heute. Die Karriere der bayerischen Kletter-Ikone aus Berchtesgaden stand auf dem Spiel – und sein Leben. „Der Tumor war zum Glück gutartig“, sagt Thomas Huber. Dennoch war sein Körper nach der Operation geschwächt. „Ich war zwei Monate außer Gefecht.“

Aber eine Sache ging ihm während der Reha nicht aus dem Kopf. Sein Bruder Alexander, Jahrgang 1968, hatte ihm da von einer spektakulären Route erzählt, einer extrem fordernden Route an der Steinplatte in der Region der Loferer Alm, nicht weit weg von Reit im Winkl. Überhängende Pfeiler gibt es da, es ist wahnsinnig steil, die Griffe sind brutal, Schwierigkeitsgrad 11. Kurzum: Sein Bruder hatte ihm vom ultimativen Kletter-Abenteuer erzählt. Die Huberbuam haben dem kompromisslosen Projekt gleich mal einen Namen gegeben: Route „Karma“, haben sie es getauft. „Daran habe ich mich hochgezogen“, sagt Thomas Huber. „Ich möchte dieses Jahr diese Route klettern“, das hat sich der Extremsportler immer wieder gesagt, mit diesem Ziel vor Augen hat er seinen Körper wieder fit für die Felsen gemacht. Diese wahnsinnige Linie, eine der schwierigsten in den Alpen, wolle er durchsteigen, unbedingt. „Das war meine Motivation.“

Und hat die Motivation geklappt? Na klar. Thomas ist die Route inzwischen geklettert, als Seilschaft mit seinem Bruder. Mehr noch: Das ZDF hat sich gemeldet. Es wolle eine Doku mit den legendären Huberbuam drehen, haben sie gesagt – und zwar in 3D, mit neu entwickelten, portablen Spezialkameras. Die Huberbuam haben vorgeschlagen, das Filmteam solle sie doch einfach zur „Karma“ begleiten. Das ZDF willigte ein.

60 Prozent der Aufnahmen an acht Drehtagen seien bereits abgedreht, sagt Thomas Huber. Im August wollen sie das Projekt abschließen. Die Huber-Brüder haben bereits die ersten Bilder gesehen: „Die Aufnahmen sind unglaublich“, sagen sie. Anfang Oktober soll der Film im Fernsehen und im Internet laufen. „Es ist eines unserer letzten großen Kletterprojekte“, sagt Thomas Huber.

Wollen die Huberbuam etwa in Rente gehen?„Wir sind doch schon im betagten Alter“, sagt Thomas Huber, aber dann muss er lachen. Die Huberbuam und Rente, nein, das geht irgendwie nicht. „Ich kann es mir eigentlich auch nicht vorstellen – die Ideen und Ziele gehen uns eigentlich nie aus.“

Stimmt wohl. Ein kurzer Abriss, was dieses Jahr noch so ansteht: auf dem Mont Blanc wollen sie noch, dann irgendwann nach Patagonien, Vorträge über ihr Leben als Bayerns Superkletterer sind gebucht und dann ist da ja noch ein Herzenswunsch. „Wir wollen die Route ,Karma‘ einmal sturzfrei durchsteigen – und das am Stück.“ Hat vorher noch kein Mensch geschafft, nicht mal die Huberbuam.

Von Stefan Sessler

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