Freie-Wähler-Chef noch immer ungeimpft

Nach Querdenker-Vorwurf der CSU: Aiwanger rudert im Impf-Streit zurück - „Habe nie gesagt...“

  • Katharina Haase
    VonKatharina Haase
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Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger hat mit seiner Aussage, sich nicht gegen Corona impfen lassen zu wollen, viel Kritik ausgelöst. Nun ruderte er zurück.

München - Der Streit um den bayerischen Vize-Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger rund um seine Aussagen gegen die Corona-Impfungen reißt nicht ab. Nach heftiger Kritik, auch von Parteikollegen, hat der Freie-Wähler-Chef seine bisherige Entscheidung, sich nicht impfen lassen zu wollen, erneut öffentlichkeitswirksam verteidigt. „Jeder einzelne hat sein Freiheitsrecht, selber zu entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht“, sagte Aiwanger in der Talkshow maischberger. die woche am Mittwochabend. Eine Begründung, so Aiwanger, müsse man dazu nicht abgeben.

Impf-Aussagen von Aiwanger: CSU wirft ihm „Querdenker-Niveau“ vor

Die Vorwürfe des CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt „in Stil und Sprache inzwischen das Niveau der Querdenker erreicht“ zu haben, wies Aiwanger entschieden zurück. Dobrindt hatte sich in einem Interview mit der Mediengruppe Straubinger Tagblatt dahingehend geäußert und dem Freie-Wähler-Chef geraten, seine Einstellung zum Impfen dringend zu überdenken.

Aiwanger-Streit um Corona-Impfung: Freie-Wähler-Chef rudert erstmals zurück

Ein Querdenker sei er absolut nicht, stellte Aiwanger klar: „Auf keinen Fall“. Er habe nie gesagt, sich nie impfen lassen zu wollen, so Aiwanger. „Impfen ist wichtig, ich bin auch froh, dass wir die Impfung haben“, erläuterte er. Jedoch verweigere er sich dem öffentlichen Druck*, der auf ihn ausgeübt werde. „Wenn man täglich gefragt wird, wird es am Ende immer schwieriger, sich am Ende noch zur Impfung zu entscheiden, weil es heißt: Warum ist er jetzt umgefallen?“

Zu den weiteren Vorwürfen Dobrindts, mit seinen Zweifel-Aussagen den Eindruck von hoher Gefährlichkeit bei Impfstoffen erwecken zu wollen, äußerte sich Aiwanger nicht.

Heftige Kritik um Aiwangers Impf-Aussagen: Parteimitglieder legen ihm Rücktritt nahe

Der Vize-Ministerpräsident hofft nach wie vor, bei den anstehenden Bundestagswahlen mit den Freien Wählern über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen. Für diesen Fall hatte Aiwanger angekündigt, nach Berlin gehen und seinen Posten in Bayern räumen zu wollen. Viele Politiker, auch aus der eigenen Partei, warfen Aiwanger vor, mit seinen Anti-Impf-Aussagen nach Wählerstimmen im Querdenker-Milieu fischen zu wollen. Vor allem auf kommunaler Ebene zeigten sich viele Freie Wähler darüber erzürnt.* Einige legten Aiwanger gar öffentlich nahe, seine Ämter freiwillig niederzulegen*. kah

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Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa/picture alliance

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