Absturz bei Teisendorf: Opfer identifiziert

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Teisendorf - Vier Menschen haben am Samstag beim Absturz eines Hubschraubers nahe der A 8 bei Teisendorf ihr Leben verloren. Nun ist die Identifizierung der Opfer abgeschlossen.

Minuten vor dem Unglück schien alles in bester Ordnung. Der Pilot meldete sich beim Tower in Salzburg an und bekam eine Landegenehmigung, sagte Markus Pohanka, Sprecher der österreichischen Flugsicherung Austro Control. „Bei diesem ersten Funkspruch um 17.03 Uhr war er noch deutlich zu verstehen. Nichts deutete auf Probleme hin.“

Hubschrauber-Absturz nahe A 8: Die Bergung

Hubschrauber-Absturz nahe A 8: Die Bergung

Doch kurz darauf zerschellte der Hubschrauber in steilem Gelände im Berchtesgadener Land. Der 26-jährige Pilot aus Lauf an der Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land) und seine drei Freunde aus seiner Heimat, ein 29-jähriger Mann und zwei junge Frauen mit 22 und und 25 Jahren, kamen dabei ums Leben. Nur fünf Minuten nachdem der Pilot einen zweiten Funkspruch an den Tower abgesetzt hatte. „Bei diesem Funkspruch um 17.10 Uhr war er kaum mehr zu verstehen, die Verbindung war nur noch sehr schlecht“, sagte Markus Pohanka. „Er kündigte an, notlanden zu wollen. Dann riss der Funkkontakt ganz ab und die Maschine verschwand vom Radarschirm.“

Dunkle Wolken hingen über den Bergen zwischen dem Chiemsee und Salzburg, als dort um 17.15 Uhr nur 800 Meter südlich der Salzburger Autobahn der Hubschrauber vom Typ Robinson R 44 (Neuwert: 350 000 Euro) abstürzte. Der 26-jährige Pilot hatte die viersitzige Mietmaschine, die in Österreich zugelassen war, von Worms am Rhein nach Salzburg überführen wollen. Gegen 16 Uhr machte er in Augsburg einen Tankstopp und nahm drei Freunde aus Lauf mit an Bord. Alles schien bestens, doch rund zehn Kilometer vor dem Ziel kam der Nebel.

Der Hubschrauber streifte einige Baumwipfel, Teile wie der Rotor blieben in den Ästen hängen. Die Bewohner des 200 Meter entfernten Weilers Wildberg im Gemeindebereich der Ortschaft Teisendorf hörten einen lauten Knall und alarmieren die Rettungskräfte. Diese erreichten zwar bereits wenige Minuten später die Absturzstelle in unwegsamen Gelände, kamen aber doch zu spät. Schnell löschten sie die brennende Maschine. Aber bei allen vier Insassen konnten sie nur noch den Tod feststellen. „Der Hubschrauber geriet bei dem Aufprall am Boden in Brand und wurde vollständig zerstört“, sagte ein Polizeisprecher. Die Absturzstelle am Waldrand glich einen Trümmerfeld.

Nach ersten Vermutungen der Polizei war die schlechte Sicht wohl die Ursache für das schreckliche Unglück. Dichte Wolken hüllten die Berge zwischen Teisendorf und Salzburg ein, der junge Pilot verlor die Orientierung und geriet in den Wald.

Der Hubschrauber Robinson R 44 ist auf reinen Sichtflug ausgerichtet, betont Markus Pohanka von der Austro Control. Experten der Bundesanstalt für Flugsicherung und der Staatsanwaltschaft ermitteln nun, ob tatsächlich nur die schlechte Sicht Ursache für den Absturz war. Gestern bargen rund 150 Polizisten, Mitglieder der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks und der Bergwacht die vielen Teile des Wracks vom Hang und aus den Wipfeln der Bäume.

Susanne Sasse

Vier Tote bei Hubschrauberabsturz - Bilder vom Unglücksort

Rubriklistenbild: © dapd

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