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Letzte Amtshandlung: Erzbischof Müller segnet Kreuze für das frühere Papsthaus.

Erzbischof Müller verabschiedet

Der Hüter der reinen Lehre geht nach Rom

Regensburg - Der Regensburger Erzbischof Gerhard Ludwig Müller ist hoch angesehen – und viel kritisiert. In seiner letzten Amtshandlung segnete er das frühere Haus von Papst Benedikt XVI..

Nun wacht er als Präfekt der Glaubenskongregation in Rom über die reine Lehre der katholischen Kirche.

In Deutschland sorgte die direkte  von Erzbischof Gerhard Ludwig Müller oft für Kritik, im Vatikan ist der 64-Jährige dagegen hoch angesehen. Am 2. Juli hat Papst Benedikt XVI. den Regensburger Bischof nach Rom berufen und ihn gleichzeitig zum Erzbischof ernannt. Müller ist nun der oberste Glaubenshüter der katholischen Kirche. Zuvor hatte er in seiner zehnjährigen Leitung des flächenmäßig größten Bistums Bayerns für Schlagzeilen gesorgt. Am Sonntag verabschiedete er sich in Regensburg von den Gläubigen.

Doch zuvor segnete er in seiner letzten Amtshandlung am Samstag das frühere Wohnhaus von Papst Benedikt XVI. in Pentling bei Regensburg. Es dient fortan als theologische Begegnungsstätte. Besucher könnten dort den Lebens- und Wirkungsraum des Theologen Joseph Ratzinger nachempfinden, sagte Müller. An der Feier nahm auch der Bruder des Heiligen Vaters, Prälat Georg Ratzinger, teil. Er betonte: „In dem Haus ist vieles so, wie es früher gewesen ist.“ Dort hatte sich der Papst vor seiner Berufung in den Vatikan zur Ruhe setzen wollen.

Nach Rom zieht es nun auch Erzbischof Müller. In seiner Funktion als Bischof stieß der 64-Jährige viele Gläubige vor den Kopf. Er ging auf Konfrontationskurs zu Kritikern und reformorientierten Katholiken. Müller schaffte den Diözesanrat und die Dekanatsräte ab, die Gremien wurden durch neue Organisationen ersetzt. „Ich bin nicht konfliktsüchtig, aber auch nicht harmoniesüchtig“, sagte Müller einmal. „Ich gehe den Weg, den man gehen muss.“

Mehrfach fiel er in Regensburg durch missglücktes Krisenmanagement auf: So auch im Spätsommer 2007, als der Missbrauchsskandal von Riekofen bekannt wurde. Das Bistum hatte den Gläubigen jahrelang verschwiegen, dass ihr Priester wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft ist – prompt verging sich der Mann wieder an einem Ministranten. Bischof Müller lehnte dennoch eine Entschuldigung im Namen der Kirche ab.

Das Verhältnis Erzbischof und Vatikan war allerdings nie beeinträchtigt. Zur Bischofsweihe Müllers im Regensburger Dom kam der spätere Papst Joseph Ratzinger persönlich aus Rom angereist. Vor rund zwei Jahren berief Benedikt XVI. Müller als Mitglied in die Glaubenskongregation des Vatikans, ehe er ihn nun zu deren Präfekten machte. Außerdem stellte der Apostolische Nuntius in Berlin, Erzbischof Jean-Claude Perisset, Müller eine baldige Ernennung zum Kardinal in Aussicht. Er habe nun in Rom die Aufgabe, die Kirche vor „einer Infizierung durch den Zeitgeist“ zu bewahren. Die Nachfolge Müllers soll bis Weihnachten geklärt werden.

Ulf Vogler

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