Hunderte Wanderer krank: Prozess gegen Wirt beginnt

Sonthofen - Von verunreinigtem Wasser auf einer Berghütte bekamen 230 Wanderer eine Magen-Darm-Grippe. Der Wirt muss sich nun vor Gericht verantworten.

Der Wirt einer Hütte in den Allgäuer Alpen muss sich etwa ein Jahr nach einer Massenerkrankung von Bergwanderern vor Gericht verantworten. Nach Angaben des Amtsgerichts Sonthofen vom Montag findet die Verhandlung am 6. Juli statt. Dem 38 Jahre alten Angeklagten aus dem Oberallgäu wird fahrlässiger Verstoß gegen die Trinkwasserverordnung vorgeworfen. Er soll trotz Verunreinigung einer UV-Wasserentkeimungsanlage Trinkwasser aufbereitet und an Bergwanderer abgegeben haben. Im August 2009 waren rund 230 Wanderer an Magen-Darm-Infektionen erkrankt, die meisten davon durch verschmutztes Trinkwasser der Rappenseehütte. Einige Wanderer hatten zusätzlich die hoch ansteckenden Noroviren in andere Hütten eingeschleppt. Die Rappenseehütte war daraufhin vorübergehend gesperrt und gründlich gereinigt worden. Von den erkrankten Wanderern waren 40 in Krankenhäusern behandelt worden.

dpa

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