News-Ticker zum Barcelona-Terror: Zahl der Todesopfer auf 15 gestiegen

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Zu Beginn ihres Hungerstreiks ließen sich die Asylbewerber vor dem Würzburger Rathaus (im Hintergrund) fotografieren. Mittlerweile sind einige bettlägrig und haben sich in ein Zelt zurückgezogen.

Hungerstreik eskaliert - Drei Männer in Klinik

Würzburg - Asylbewerber aus dem Iran im Hungerstreik, Politiker auf Stippvisite – nur eine nicht: Sozialministerin Christine Haderthauer. Sie weigert sich, mit den Iranern zu sprechen. Warum eigentlich?

Dramatische Szene vor dem Würzburger Rathaus: Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Margarete Bause, besucht mit ihrer Fraktionskollegin Simone Tolle gerade das Zelt der Asylbewerber. Noch während ihres Besuches kollabiert einer der Männer – er hat seit vier Tagen nur noch Wasser getrunken. Ein Krankenwagen fährt vor – der Patient aus dem Iran ist bereits der dritte, der wegen akuter Kreislaufprobleme behandelt werden muss.

Seit nunmehr 15 Tagen campieren die Asylbewerber vor dem Rathaus. Sie haben ihren Hungerstreik immer weiter verschärft. Seit vergangenen Donnerstag trinken fünf der Männer nur noch Wasser und verweigern selbst Saft oder Brühe. Seit Montag nehmen auch die übrigen Flüchtlinge nur noch Wasser zu sich.

“Der Streik fordert die ersten Opfer. Am Montagabend mussten drei Männer als Notfälle in die Klinik eingeliefert werden“, sagte Joachim Schrepfer am Dienstag in Würzburg.

Die inständige Bitte der Grünen-Abgeordneten Tolle, man solle doch sein Leben nicht riskieren, fruchtet nicht. Der Sprecher der zehn Iraner, Hassan „Massoud“ Hosseinzadah (34) sagte, seine Gruppe werde die Aktion nicht abbrechen – solange, bis endlich die Verantwortlichen der bayerischen Flüchtlingspolitik vor dem Zelt Rede und Antwort stehen. Denn darum geht es ihnen – um Protest. Der Hungerstreik sei das letzte Mittel. „Aufgrund unserer unwürdigen, krankmachenden Situation als Asylbewerber“ bleibe keine andere Wahl, so heißt es in einem offenen Brief der Iraner an Sozialministerin Christine Haderthauer. Sie selbst solle vor Ort kommen.

Eigentlich leben die meisten der Hungerstreikenden seit Jahren in einer zur „Gemeinschaftsunterkunft“ umfunktionierten ehemaligen Kaserne in Würzburg. Zum Beispiel auch Hassan Hosseinzadah, der schon seit 2007 in Deutschland ist – erst in einer Sammelunterkunft in Zirndorf, jetzt in Würzburg. Wegen regimekritischer Äußerungen war er, so berichtet der große schlaksige Mann, vom iranischen Geheimdienst festgehalten und gefoltert worden. Er ist Vater einer heute acht Jahre alten Tochter – die er zuletzt gesehen hat, als sie drei war.

Dass der lange Aufenthalt in den Flüchtlingsunterkünften für die Betroffenen frustrierend ist, sieht auch der Würzburger CSU-Landtagsabgeordnete Oliver Jörg ein. Dennoch will er die Schilderungen über menschenunwürdige Verhältnisse in der Kaserne so nicht stehen lassen. Die Verhältnisse dort hätten sich zuletzt „sehr verbessert“, weil die Unterkunft für eine Millionensumme modernisiert wurde, sagt Jörg, der die Kaserne mehrmals besucht hat. Früher umgab sogar Stacheldraht das Gelände. Aber der sei weg, sagt Jörg.

Das ändere aber nichts daran, dass die Flüchtlinge in ihrem Hauptanliegen – eine kürzere Dauer ihrer Asylbewerberverfahren zu erreichen – recht hätten. „Das kann man nur unterstreichen“, sagt er. Doch Christine Haderthauer sei dafür die falsche Ansprechpartnerin. So sieht es auch Haderthauer, die den Flüchtlingen in der Antwort auf ihren offenen Brief beschied, die kritisierten ausländerrechtlichen Regelungen seien „bereits in Verantwortung der Rot-Grünen Bundesregierung entstanden“. Die Verfahrenslänge sei Sache des Bundesamts für Migration, der Betrieb der Unterkünfte Aufgabe der Regierung von Unterfranken. Also kein Besuch? „Es bleibt bei dem Schreiben“, antwortet ein Ministeriumssprecher.

Dirk Walter/dpa

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