+
Asylbewerber aus Sierra Leone wollen mit einem Protestmarsch durch Deggendorf gegen ihre Unterbringung protestieren.

Kundgebung neu angesetzt

Hungerstreik in Transitzentrum? Asylbewerber wollen durch Deggendorf marschieren

Deggendorf - Mit einem Protestmarsch wollen Asylbewerber in Deggendorf auf ihre Lage aufmerksam machen. Bereits am Samstag sollen die Bewohner des örtlichen Transitzentrums einen Hungerstreik begonnen haben.

Deggendorf - Etwa 200 Asylbewerber aus Sierra Leone sind am vergangenen Freitag in einem Deggendorfer Transitzentrum in einen „Streik der geschlossenen Türen“ getreten. Die Bewohner verweigern seither den Besuch des Schulunterrichts und der Deutschkurse und sind zu ihren Mini-Jobs nicht angetreten. Sie beklagen, dass ihnen der Zugang zu öffentlichen Bildungseinrichtungen verweigert wird. 

Am Samstag hatten die Asylbewerber aus Protest gegen die „sehr schlechte Qualität der Nahrung“ zudem mit einem Hungerstreik begonnen, wie einer Pressemitteilung des bayerischen Flüchtlingsrats zu entnehmen ist. Ob dieser allerdings weiterhin aufrechterhalten wird, ist noch unklar. 

Protestmarsch musste verschoben werden

Offenbar war die gewaltsame Abschiebung eines Mannes aus Sierra Leone Auslöser für den Streik. Abgelehnte Asylanträge und die angeblich mangelnden hygienischen Zustände im Transitzentrum sorgen für zusätzlichen Unmut.

Die Organisation NoDeportation.Nowhere, die den Streik unterstützt, hatte auf ihrer Facebook-Seite einen ursprünglich für Montag anberaumten Protestmarsch durch Deggendorf angekündigt. Da Demonstrationen 48 Stunden vor ihrem Beginn angemeldet werden müssen, mussten sich die Asylbewerber auf den morgigen Mittwoch vertagen. Ab zehn Uhr ist ein Kundgebung in der niederbayerischen Kreisstadt geplant.

In der Deggendorfer Zeitung hat eine Sprecherin der Regierung von Niederbayern unterdessen auf die Vorwürfe reagiert. Schulpflichtigen werde im bestreikten Transitzentrum Grund-, Mittel- und Berufsschulunterricht angeboten, auch zum Kantinenessen seien keine Beanstandungen bekannt.

Im Transitzentrum Deggendorf sind derzeit 356 Flüchtlinge untergebracht - zumeist mit geringer Bleibeperspektive. 258 der Bewohner stammen aus Sierra Leone, die weiteren aus Aserbaidschan und dem Iran.

lks

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vermisst! Zwei Freunde (12 und 13) von daheim verschwunden - Polizei nennt neue Details
Seit Mittwochabend werden zwei Jungen aus Neuburg an der Donau vermisst, es handelt sich dabei um Leon Bitiq (13) und Martin Mändl (12). Die Polizei bittet um Mithilfe. …
Vermisst! Zwei Freunde (12 und 13) von daheim verschwunden - Polizei nennt neue Details
Messer-Attacken in Nürnberg: Polizei klagt über „diffuse Lage“ - neue Erkenntnisse auf PK veröffentlicht
In Nürnberg sind innerhalb weniger Stunden drei Frauen durch Stiche auf offener Straße schwer verletzt worden. Der Täter ist flüchtig, die Polizei hat eine Beschreibung …
Messer-Attacken in Nürnberg: Polizei klagt über „diffuse Lage“ - neue Erkenntnisse auf PK veröffentlicht
A8 über neun Stunden gesperrt: Lkw verliert 20 Tonnen Ladung an Gefahrgut - Chaos am Donnerstag
Nach einem Lkw-Unfall am Donnerstagmorgen war die A8 Richtung Salzburg für mehr als neun Stunden gesperrt. Das Gefahrgut und das Unfallfahrzeug konnten geborgen werden.
A8 über neun Stunden gesperrt: Lkw verliert 20 Tonnen Ladung an Gefahrgut - Chaos am Donnerstag
Unbekannter sticht auf Frauen in Nürnberg ein: Was wir über die Taten wissen - und was nicht
Schock in der Dunkelheit: Drei Frauen werden in Nürnberg von einem Unbekannten niedergestochen - die Taten ereignen sich innerhalb weniger Stunden.
Unbekannter sticht auf Frauen in Nürnberg ein: Was wir über die Taten wissen - und was nicht

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion