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Die erschöpften Iraner, die seit zwei Wochen hungern.

Hungerstreik: „Jetzt wird es kritisch“

Würzburg - Der Hungerstreik von Iranern in Würzburg spitzt sich zu. Die ersten Opfer mussten bereits in eine Klinik eingeliefert werden. Das Risiko eines tragischen Ausgangs wächst täglich.

„Der Streik fordert die ersten Opfer. Am Montagabend mussten zwei Männer als Notfälle in die Klinik eingeliefert werden“, sagte Joachim Schrepfer am Dienstag in Würzburg. Er betreut als einer von drei Ärzten die insgesamt zehn Iraner medizinisch.

Die Asylbewerber verzichten seit Montag auch auf Säfte und Tees und trinken nur noch Wasser. „Die werden nicht mehr lange durchhalten. Jetzt wird es kritisch und vital gefährdend“, sagte der Mediziner weiter. Die Männer klagten vor allem über Kopf-, Bauch- und Magenschmerzen. „In dem Stadium des Hungerstreiks muss stündlich mit einer akuten, nicht vorhersagbaren Verschlechterung gerechnet werden“, so Schrepfer.

Die Iraner wollen mit ihrem Hungerstreik auf die langen Asylverfahren und die Zustände in den Gemeinschaftsunterkünften aufmerksam machen. Sie wollen außerdem als politische Flüchtlinge anerkannt werden und fordern die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) zu einem gemeinsamen Gespräch in Würzburg auf. Die Politikerin wies die Forderung bislang zurück.

Haderthauer gerät deshalb jedoch zunehmend in die Kritik. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Volkmar Halbleib appellierte an die Sozialministerin, mit den Betroffenen vor Ort zu reden. Auch durch die fehlende Bereitschaft der bayerischen Staatsregierung habe sich „die Absicht der Asylbewerber verfestigt, den Hungerstreik weiter zu führen. Das Risiko eines tragischen Ausgangs wächst damit täglich“. Immerhin: Heute wird der Vize-Präsident des Bundesamts für Migration, Michael Griesbeck, mit den Iranern reden. Den Termin hat die Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause eingefädelt. Das Sozialministerium schickt einen Beamten.

Die Stadt Würzburg hat die Aktion bis zum 11. April genehmigt. Eine Auflage ist, dass die 21 bis 34 Jahre alten Iraner zweimal täglich medizinisch untersucht werden. Seit dem 19. März schlafen die Iraner statt in der Gemeinschaftsunterkunft in einem Pavillon in der Nähe der Alten Mainbrücke. Seit Montag trinken alle nur noch Wasser.

dw/lby

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