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Eine Sternschnuppe. Wünsch dir was. Schnell. Gleich vorbei. Wer den Moment verpasst hat – nicht schlimm. In den nächsten Tagen sind 100 Sternschnuppen angesagt. Pro Stunde.

Die Perseiden – ein kosmisches Phänomen

Hurra, es regnet Sternschnuppen

München - Tränen des Laurentius werden sie genannt. Ein Himmelsspektakel sind sie: die Perseiden. Ein Sternschnuppenregen, der ab dem Wochenende zu sehen ist. Tipps zur Vorbereitung: ein schönes Platzerl suchen, Wünsche bereit halten – und für wolkenlose Nächte beten.

Update 11. August 2017: Auch 2017 sind im August wieder Perseiden zu sehen. In unserer Übersicht finden Sie alle Informationen zum Zeitpunkt und besten Standort. 

Was für eine wunderschöne Vorstellung: Früher glaubten die Menschen, Sternschnuppen seien Dochte, die die Engel beim Putzen der Himmelskerzen fallen lassen. Kein Wunder, dass den Leuchtstreifen am Nachthimmel magische Kräfte zugesprochen wurden.

Die moderne Forschung hat jedoch rausgekriegt: Engel werfen gar keine Dochte auf die Erde, so was macht man ja auch nicht. Stattdessen handelt es sich um Trümmer aus dem Weltall, die in die Erdatmosphäre eindringen und schlagartig verglühen. Die auffallendsten, schönsten Sternschnuppen unserer Zeit werden jetzt am Wochenende wieder zu sehen sein. Ihr Name: die Perseiden, benannt nach dem Sternbild, aus dem sie zu plumpsen scheinen, nämlich dem Sternbild Perseus.

Von Samstag bis Mittwoch entfaltet der Perseidenschwarm jedenfalls die größte Aktivität. Bei klarem Himmel kann man in der Stunden über 100 kleine Lichtblitze sehen. Höhepunkt ist die Nacht zum Dienstag. Wer aber schon am Wochenende die Augen gen Himmel richten will, dem empfiehlt Thomas Hahn vom Deutschen Wetterdienst in München die erste Samstagnachthälfte. Denn ab Mitternacht droht es zuzuziehen. Dann sieht man bloß Wolken anstatt der rasenden Meteore, die im Volksmund Sternschnuppen genannt werden. Auch in den Folgetagen vermiesen Wolken immer wieder den Blick auf das Himmelsspektakel. Wer dennoch auf die Jagd nach den Perseiden gehen will, der sollte sich möglichst einen hübschen Ort weit weg von der Großstadt suchen. Das ist zumindest der Tipp von Christian Sicka von der Sternwarte im Deutschen Museum. Ein Ort mit möglichst wenig Licht, vielleicht sogar auf einem Berg. Die beste Beobachtungszeit ist zwischen 22 Uhr und 4 Uhr in der Früh.

Die Perseiden werden auch „Tränen des Laurentius“ genannt, weil sie am Namenstag des Heiligen am Himmel erscheinen. Es handelt sich dabei um einen jährlich wiederkehrenden Meteorstrom, der aus den Auflösungsprodukten des Kometen Swift-Tuttle besteht. Geschwindigkeit der kosmischen Staubteilchen: 210 000 km/h. Temperatur beim Verglühen in der Erdatmosphäre: 2000 Grad Celsius. Bereits im Jahr 36 nach Christus gab es in China die erste Beobachtung, die überliefert ist. Die Perseiden sind ein Phänomen, das die Menschheit schon seit Ewigkeiten fasziniert. Aber mancherorts sieht man es gar nicht gerne, wenn plötzlich Sternschnuppen über den Nachthimmel flitzen. In der Mongolei gelten sie als Zeichen des Unglücks. Im Volksglauben der Steppenbewohner handelt es sich dabei um die sichtbar gewordenen Seelen der Gestorbenen auf ihrer Reise gen Jenseits.

Auch die Ureinwohner auf den Andamanen-Inseln im Indischen Ozean fürchten sich vor den Meteoren. Sie sehen darin Fackeln, mit denen die Waldgeister Jagd auf Menschen machen, die sich unvorsichtigerweise nachts im Freien aufhalten. Zum Glück hat die Forschung auch diese These widerlegt. Wer hierzulande in den nächsten Nächten zum Perseiden-Schauen rausgeht, ist in Sicherheit. Ehrenwort.  

 

Von Stefan Sessler mit dpa

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