Bahn will fahrradfreundlicher werden

Radler können bald ihre Bikes im ICE mitnehmen

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München - Die Bahn will fahrradfreundlicher werden. Mit der neuen ICE-Baureihe können bis zu acht Räder pro Zug mitgenommen werden. Bis die neuen Züge zum Einsatz kommen, dauert es aber noch eine Weile.

Bis jetzt sind die ICE-Züge der Deutschen Bahn eine fahrradfreie Zone. Wer sein Rad auf die Zugreise mitnehmen will, muss auf IC oder EC-Züge sowie den öffentlichen Nahverkehr ausweichen. Doch jetzt soll auch die schnellste Zuggattung der Deutschen Bahn mit einem Angebot zur Fahrradmitnahme ausgestattet werden. Acht Stellplätze pro Zug werden beim neuen ICE 4, der vergangene Woche in Berlin vorgestellt wurde, integriert.

Ein „wichtiger Meilenstein zur Verbesserung der Fahrradmitnahme“, heißt es in einem Schreiben der Bahn an den Landtagsabgeordneten Erwin Huber (CSU). Die CSU-Landtagsfraktion hatte in ihrem Antrag „Fahrradland Bayern“ eben diese Verbesserung gefordert. „Das ist eine gute Nachricht für alle Radler“ sagt Huber. „So können die Menschen in Bayern künftig noch mehr Städte per Rad erkunden – und das mit bis zu 250 Stundenkilometern.“

Der neue ICE 4 wird bereits getestet. Derzeit befinden sich zwei Vorserien-Züge auf dem DB-Streckennetz, bis Ende des Jahres sollen sechs Züge für Zulassungsnachweise zur Verfügung stehen, wie die Bahn mitteilte. Ab Herbst 2016 soll dann der Probebetrieb mit Fahrgästen starten, bevor die neuen Züge voraussichtlich im Dezember 2017 in den Regelbetrieb aufgenommen werden und damitsukzessive die ICE-1- und ICE-2-Flotten ersetzen. Laut dem Bahn-Schreiben an Erwin Huber soll der neue ICE 4 ab der Startphase auch regelmäßig nach München eingesetzt werden.

In der Baureihe ICE  3 wird es nach Auskunft der Bahn aber weiterhin keine Fahrradstellplätze geben. Dies sei nicht wirtschaftlich genug, heißt es in dem Schreiben an Huber. Denn: „Trotz vielfältiger Reisemöglichkeiten sind unsere Fahrradabteile im Jahresdurchschnitt leider nur schlecht ausgelastet.“ Die Fahrradmitnahme im Zug habe daher nur einen extrem geringen Anteil an der gesamten Beförderungsleistung. Außerdem würden Bahnkunden vermehrt auf Angebote zurückgreifen, bei denen kurzfristig Räder am Ausflugsziel angemietet werden können – vor allem bei Städtereisen. „Vor diesem Hintergrund ist es für uns nicht vertretbar, die bestehende ICE-Flotte mit Fahrradabteilen nachzurüsten.“

Neben der Fahrradmitnahme im Zug bietet die Bahn auch noch ihren Tür-zu-Tür-Service für Reisegepäck an. Damit können Bahnkunden ihr Fahrrad für einheitlich 27,50 Euro an den Reisezielort verschicken.

Dominik Göttler

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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