“Sie war unser Engel“

Von Bewohner erstochen: Trauer um Heimleiterin

Sie war die gute Seele des Alten- und Wohnstiftes „Pater Weiß“ in Eggenfelden – nun starb Heimleiterin Elke K. (†54) durch den Angriff eines Bewohners. Ursache soll ein Streit gewesen sein.

Eggenfelden - Freitagvormittag gegen 10 Uhr: Die erfahrene Sozialmanagerin betritt mit einem Therapeuten das Zimmer des demenzkranken Hans B. (54, Name geändert). Es geht um die Hausordnung – er soll zum Aufräumen seines Zimmers aufgefordert werden. Unvermittelt ergreift der im Rollstuhl sitzende Patient ein Küchenmesser und stößt es Elke K. in den Rücken. Trotz umgehender ärztlicher Versorgung verstirbt die alleinstehende Frau noch vor Ort. Mitarbeiter überwältigen den Angreifer, kurz darauf wird der Täter von den hinzugerufenen Polizeikräften festgenommen.

Die Mitarbeiter der Pichlmayr-Gruppe, die mehrere Seniorenzentren in Bayern betreibt, reagierten geschockt. „Sie war die beste Chefin der Welt“, sagte eine Pflegerin. In einem Nachruf des Betreibers ist von einem „tragischen Akt der Gewalt“ die Rede. „Frau K. hinterlässt bei uns eine große menschliche und berufliche Lücke“, sagte Geschäftsführer Florian Pichl­mayr (42). Auch unter den Bewohnern des Stifts hinterlässt Elke K. eine große Lücke. „Sie war unser Engel“, so der Tenor unter den Senioren.

Der Tatverdächtige wurde nach dem Verhör in Passau am Samstag dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Landshut vorgeführt. Das Polizeipräsidium Niederbayern sah sich am Sonntag jedoch außerstande, über das Ergebnis zu informieren. 

Nach tz-Informationen stand eine Einweisung des 51-Jährigen in die Psychiatrie im Raum.

Elke K. war nach diversen Führungspositionen in bayerischen Kliniken seit 2015 Chefin in Eggenfelden. Hier wurde sie für ihre menschliche Arzt geschätzt; auch ihren niederbayerischen Dialekt brauchte sie hier nicht zu verstecken. Die gebürtige Straubingerin hatte Krankenschwester gelernt, sich später aber als Lehrerin für Krankenpflege und Pflegedienstleitung qualifiziert. Vor zehn Jahren studierte sie zudem auch noch Sozialmanagement. Mit ihren Mitarbeitern ging sie gerne kegeln.

Erst am 23. September hatte ein Kasache (47) im Flüchtlingsheim in Eggenfelden einen Ukrainer († 28) getötet.

tz

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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