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Seine fleißigen Bienchen hatte Imker Franz Scheuchenpflug gut auf den Winter vorbereitet. Nur wenige Insekten starben.

Imker kämpfen gegen Killermilben

München - Rund ein Viertel der bayerischen Bienen ist im vergangenen Winter verendet. Normal ist ein Verlust von rund zehn Prozent. Experten geben unter anderem der Varroa-Milbe die Schuld dafür.

Wenn die Temperaturen steigen und die Sonne länger scheint, fliegen die Bienen wieder von Blüte zu Blüte. Doch längst nicht alle Insekten haben den Winter unbeschadet überstanden. „Wir müssen davon ausgehen, dass 25 bis 30 Prozent verendet sind“, klagt Ferdinand Drexler, Vorsitzender des Bezirksverbands Oberbayern im Landesverband Bayerischer Imker. Normal seien Verluste von rund einem Zehntel.

„Welche Ursachen das Bienensterben hat, können wir nur vermuten. Es spielen aber wohl mehrere Faktoren eine Rolle“, sagt Simon Oberhofer. Der Vorsitzende des Erdinger Kreisimkerverbandes hält die Varroa-Milbe für den bedrohlichsten. Dieser Parasit befällt die Brut der Bienen, ruft Missbildungen hervor und schwächt die Jungtiere. So sind die Insekten anfälliger für Krankheiten. Im Frühling finden Imker daher oft nur leere Bienenkästen vor, da die Tiere zum Sterben weggeflogen sind. Das hat auch Drexler erlebt: Zwei seiner 16 Völker sind verschwunden. Kollegen in seinem Imker-Kreisverband Mühldorf-Altötting berichten von unterschiedlichen Zahlen: „Manche Züchter melden verheerende Verluste, bei einigen ist die Hälfte der Bienen verendet. Wieder andere haben kaum Tiere eingebüßt.“

Drexler gibt aber auch zu: Schuld am Milbenbefall sind die Züchter oft selbst. „Viele behandeln ihre Bienen zu spät gegen die Varroa-Milbe.“ Bereits ab Mitte Juli, nach dem letzten Honigschleudern, sollten die Imker an die gesunde Einwinterung ihrer Völker denken. Dann ist es Zeit, Ameisensäure mit einem Schwammtuch in die Stöcke zu träufeln. „Schon eine Woche Verzögerung bei der Behandlung kann fatal sein.“

Die Kälte des Winters sollte den Insekten dagegen nichts ausgemacht haben. „Bienen überstehen Temperaturen von bis zu minus 40 Grad“, erklärt Friedgard Schaper. Die Leiterin des Fachzentrums Bienen an der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim sieht eher in starken Temperaturschwankungen ein Problem. „Ist es an einigen Tagen sehr mild, beginnen die Bienen mit dem Brutgeschäft. Ein folgender Temperaturabsturz schwächt die Insekten wieder.“

„Insgesamt war das Jahr 2009 kein gutes Honigjahr“, klagt Drexler. Das Frühjahr sei verspätet angebrochen, der Sommer feucht-kühl und der Winter länger als üblich gewesen. „Dazu kam die Varroatose, die sich sehr schnell ausgebreitet hat“, erklärt Franz Scheuchenpflug. Der Imker aus Langenpreising (Kreis Erding) pocht darauf, dass Bienenzüchter sich beim Thema Milben-Bekämpfung strikt an die Angaben des Veterinäramtes halten. Nur so lasse sich die Krankheit im Zaum halten.

Eine Gefährdung der Landwirtschaft durch das Bienensterben befürchtet Drexler übrigens nicht. Er sieht die Bestäubung von Obstbäumen und Gemüse nicht in Gefahr. Schließlich gebe es noch andere Bestäuber, wie die Hummel. Sein Kollege Scheuchenpflug gibt zudem Grund zur Hoffnung: „Ich habe zwar auch Bienen verloren. Aber die Tiere, die überlebt haben, scheinen sich gut zu erholen.“

Trotz dieser Aussichten gibt Schaper zu bedenken: „Wir können immer mehr Bienen brauchen, als wir haben.“ Interessierten Einsteigern empfiehlt sie, einen Bienenstock samt Zubehör zu mieten. Einige Imkervereine bieten das so genannte Bienen-Leasing an. Unter der Betreuung eines Imkers lernen die Laien, mit den Insekten umzugehen. „Und es ist ein sinnvolles Hobby“, sagt Schaper.

von Vroni Macht

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