Immaterielles Kulturerbe

Unesco zeichnet bayerische Besonderheiten aus

Nächsten Montag bekommen in Berlin 36 Verbände und Initiativen die offizielle Urkunde, dass sie ins Verzeichnis des Immateriellen Unesco-Kulturerbes aufgenommen sind. Bayern ist dort stark vertreten.

München/Berlin – Der Zwiefache gehört ebenso dazu wie die Leonhardifahrt in Bad Tölz oder das Wunsiedler Brunnenfest – wenn am Montag, 29. Mai, in Berlin 36 Verbände und Initiativen die Urkunden zur Aufnahme in das deutsche Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UN-Organisation Unesco erhalten, ist laut Mitteilung vom Montag auch eine ganze Reihe bayerischer Besonderheiten dabei. Der Zwiefache etwa ist eine bayerisch-böhmische Tanzmusik. Seine Besonderheit liegt im unregelmäßigen Wechsel zwischen Dreiviertel- und Zweivierteltakt.

Auch die Sennfelder und Gochsheimer Friedensfeste dürfen sich künftig dem erlauchten Kreis des Immateriellen Kulturerbens zugehörig fühlen, genauso das historische Festspiel „Die Kinderzeche“ zu Dinkelsbühl. Ausgezeichnet werden ebenso das Feldgeschworenenwesen in Bayern, die Osingverlosung, der innerstädtische Erwerbsgartenbau in Bamberg und das Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald. Ins Register guter Praxis-Beispiele schafften es die hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang und die Erforschung und Dokumentation von Flur- und Hausnamen in Bayern.

Seit 2003 unterstützt die Unesco Kulturformen

Die Unesco unterstützt seit 2003 Schutz, Dokumentation und Erhalt von Kulturformen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Mehr als 400 Bräuche, Darstellungskünste, Handwerkstechniken und Naturwissen aus aller Welt wurden bisher aufgenommen. Bis heute sind 171 Staaten der Unesco-Konvention zum immateriellen Kulturerbe beigetreten. Jedes Beitrittsland erstellt ein nationales Verzeichnis.

In Deutschland sind darin 68 Kulturformen verzeichnet. Es ist nicht mit dem Unesco-Weltkulturerbe zu verwechseln, das ausschließlich Baudenkmäler, Stadtensembles sowie Kultur- und Naturlandschaften umfasst. Die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis erfolgte schon am 9. Dezember 2016, doch erst jetzt werden die Urkunden überreicht.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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