Mehr Zuzug und Einbürgerungen

Immer mehr Ausländer wollen Bayern werden

München - Bayern wird immer attraktiver: Es gibt mehr Einbürgerungen und größeren Zuzug aus dem Ausland. Die Beamten auf den Behörden sollen nun freundlicher werden.

Nach den am Freitag von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) veröffentlichten Zahlen lebten Ende 2012 rund 66 000 mehr Ausländer im Freistaat als ein Jahr zuvor. Das war zumindest teilweise krisenbedingt - sehr viele Neunankömmlinge zogen aus Griechenland, Italien und Spanien nach Bayern um. Außerdem ließen sich 13 204 bereits in Bayern lebende Ausländer einbürgern - ein Plus von 5,6 Prozent.

Angesichts des Fachkräftebedarfs in der bayerischen Wirtschaft betonte Innenminister Herrmann die Bedeutung einer „Willkommenskultur“ in Bayern. Deshalb sollen nun die Ausländerbehörden freundlicher zu Ausländern werden - bisher berichten viele Einwanderer, dass Behördenmitarbeiter nicht selten abweisend bis herablassend auftreten. Herrmann erklärte das damit, dass die Ausländerbehörden auch mit schwierigen Fällen zu tun haben, etwa der Ausweisung krimineller Ausländer. Nun sollen die Ausländerbehörden hochqualifizierten Zuwanderern verstärkt vermitteln, dass sie willkommen sind.

Die meisten Zuwanderer kommen nicht aus Übersee nach Bayern, sondern aus der EU. An erster Stelle stand 2012 Rumänien, gefolgt von Polen und Ungarn. Stark zugenommen um etwa ein Drittel hat die Zuwanderung aus Griechenland, Italien und Spanien - in allen drei Ländern ist die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch.

Hermann verwies darauf, dass die Hürden für hochqualifizierte Zuwanderer in den vergangenen Jahren sehr viel niedriger geworden seien. Den Forderungen von Opposition und FDP nach der Einführung einer doppelten Staatsbürgerschaft erteilte Herrmann ein weiteres Mal eine Absage.

„Mehrstaatigkeit steht nach meiner festen Überzeugung einer vollständigen Integration eher entgegen, als dass sie nützt“, sagte der CSU-Politiker. Die SPD-Landtagsabgeordnete Isabell Zacharias warf der CSU vor, Einwanderer würden bedrängt, „ihre Wurzeln und die Heimatländer ihrer Eltern zu vergessen“.

Die größte ausländische Bevölkerungsgruppe sind nach wie vor die rund 207 000 Türken in Bayern. Bei den Einbürgerungen lagen türkischstämmige Einwanderer 2012 mit mehr als einem Fünftel an erster Stelle, gefolgt von den Staaten des ehemaligen Jugoslawien und der Ukraine.

dpa

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