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Begehrte Wohnfläche auf dem Land: Immer mehr Menschen zieht es von den Großstädten ins Umland. 

Klein- und Mittelstädte liegen im Trend

Immer mehr zieht es nach Draussen: Stadt und Land im Fluss

Kleine und mittlere Städte sind wieder schwer gefragt. Immer mehr Menschen zieht es aus den Großstädten in den ländlichen Raum. Und dafür gibt es ein ganzes Bündel an Gründen.

München – Überall in Deutschland zieht es die Menschen wieder in kleine und mittlere Städte. Das hat eine Zehn-Jahres-Analyse der Bertelsmann-Stiftung ergeben. Das urbane Leben liegt zwar weiterhin im Trend – aber nicht nur die Großstädte sind gefragt. Entgegen der verbreiteten Auffassung, dass der ländliche Raum ausblute, zeichnet sich auch für Klein- und Mittelstädte ein Zuwachs ab.

Die Studie analysiert die Wanderungsbewegungen in Deutschland von 2006 bis 2015 – und zeigt: Der Zuzug in die ländliche Region kommt vor allem aus großen Großstädten ab 500 000 Einwohnern. Für zahlreiche Kommunen im ländlichen Raum gebe es ein Plus, berichtet Projektleiterin Petra Klug. Sie spricht von „Überschwappeffekten“. Und dafür gibt es nicht eine, sondern ein ganzes Bündel an Ursachen: Arbeitsplatzwechsel, zu wenig bezahlbarer Wohnraum in den Großstädten, persönliche Lebensmodelle. Auch das Alter spielt bei der Wohnortsuche eine Rolle. So gehen jüngere Leute zwischen 18 und 25 Jahren zu Studium oder Ausbildung eher in die Großstadt, Familien und Menschen ab 65 Jahren hingegen bevorzugen das Leben in kleinen und mittleren Städten.

Datengrundlagen sind die Zahlen der Einwohnermeldeämter. Durch die Zuwanderung von Flüchtlingen habe es in den Jahren 2014 und 2015 flächendeckend einen deutlichen Anstieg gegeben, berichtet Projekt-Manager Jan Knipperts. „Die Zahlen dieser beiden Jahre sind vor diesem Hintergrund zu interpretieren.“ Der Trend von den Großstädten in die Kleinstädte ist bundesweit auffällig. In Bayern sei jedoch sehr deutlich zu beobachten, wie die Kreisstädte vom Umland profitieren, betont Knipperts. Ein Überblick über die Wanderungsbewegungen im Jahr 2015:

Stadt München

Die Stadt München ist von 2011 bis 2015 um 6,3 Prozent gewachsen – obwohl viele Münchner ins Umland gezogen sind. Die meisten von ihnen (6,9 je 1000 Einwohner) sind in den Kreis München gezogen. Darauf folgen Fürstenfeldbruck (2,8), Dachau (1,8) sowie Ebersberg und Berlin (beide 1,7). Die meisten Neu-Münchner kommen aus dem Kreis München (4,7) sowie aus Fürstenfeldbruck (1,7) und Berlin (1,3).

Unterschleißheim

Die Stadt Unterschleißheim im Kreis München wächst deutlich – um 8,2 Prozent in vier Jahren. Allein aus München zogen 25,4 je 1000 Einwohner dorthin. Aber auch von den Kreisen Freising (6,7) und Dachau (2,9) hat die Stadt profitiert. Die meisten Einwohner verloren hat Unterschleißheim an München (17,9 je 1000 Einwohner), den Kreis Freising (7,8) und den Kreis München (6,8).

Freising

Die Stadt Freising spürt den Trend noch kaum. Dort halten sich Zu- und Fortzüge noch etwa die Waage. 2015 zogen 12,3 Münchner je 1000 Einwohner nach Freising und 11,7 je 1000 Freisinger nach München. Auch die Zuzüge und Fortzüge aus dem Landkreis Freising gleichen sich in etwa aus.

Ebersberg

In der Stadt Ebersberg hingegen ist der Trend deutlicher sichtbar. 14,4 je 1000 Münchner zogen dorthin, 8,7 je 1000 Ebersberger zogen in die Landeshauptstadt. Die meisten Zuzüge (23,6), aber auch die meisten Fortzüge (20,1) kommen bzw. gehen in den Landkreis Ebersberg, darauf folgt der Kreis München.

Rosenheim

Auch Rosenheim wird für die Münchner ein immer attraktiverer Wohnort (+5,5). Weitere Neubürger kamen aus den Nachbarlandkreisen Miesbach (1,0) und Eberberg (0,8). An München verloren hat Rosenheim 4,8 je 1000 Einwohner.

Dachau

Dachau verdankt München ein Plus von 18,1. Deutlich weniger Dachauer sind nach München gezogen (11,7). Auch der Kreis München hat Dachau Neubürger beschert (2,7), auf Platz drei landet der Kreis Fürstenfeldbruck (2,2).

Starnberg

Die Stadt Starnberg verdankt München die meisten Neubürger (19,3), gefolgt vom Kreis Starnberg (15,2) und dem Kreis München (3,2). Auch aus Hamburg kommen einige Neu-Starnberger (0,6). Die meisten Bürger verloren hat die Stadt an den Landkreis Starnberg (17,6) und an die Landeshauptstadt (13,1).

Garmisch-Partenk.

Der Trend zeichnet sich auch für die Stadt Garmisch-Partenkirchen ab. Die meisten Menschen zogen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen (19,9) und aus München (6,9) hierher. Aber auch aus dem Norden hat die Stadt Zuwachs bekommen. Aus dem Kreis Eichstätt und aus Dresden kamen Neubürger (je 0,1), aus Berlin sogar 0,8 je 1000 Einwohner. Verloren hat die Stadt die meisten Einwohner an den Landkreis (16,8).  kwo/lby

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