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München ist mit Abstand die teuerste Stadt in Bayern. Ingolstadt folgt erst mit einigem Abstand. 

Auch Mittelstädte betroffen

Der Immobilien-Preis-Irrsinn zieht seine Kreise bayernweit

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Bei den weiter steigenden Immobilienpreisen in Bayern ist laut dem Immobilienverband Deutschland (IVD) kein Ende in Sicht. Grundstücke und Häuser werden immer teurer – und das nicht nur in München.

München – Die Immobilienpreise steigen unaufhaltsam. Epizentrum der Entwicklung bleibt die Landeshauptstadt München – der Preis-Irrsinn zieht aber seine Kreise in ganz Bayern. Das zeigt jetzt die neueste Kaufpreis-Studie des Makler-Verbands IVD. Wir erklärt die Ergebnisse:

Grundpreise treiben Kaufpreise 

Die Preise für Baugrund kennen nur eine Richtung: „Die stark steigenden Baugrundpreise schlagen sich in den Immobilienpreisen nieder“, erklärt Kippes. Beispiel München: In nur einem halben Jahr sind die Baugrundpreise um fast zehn Prozent gestiegen! Für Einfamilienhäuser sind die Baugrundpreise um 9,1 Prozent gestiegen.

München im Zehnjahres-Vergleich

Wie heftig die Entwicklung in München ist, zeigt der Langzeitvergleich. „Die Baugrundpreise für freistehende Einfamilienhäuser sind ganz massiv gestiegen und liegen beim 3,7-fachen gegenüber 2007“, sagt Kippes. Auch der Grund für Geschossbauten ist viel teurer geworden – die Preise sind heute 2,8-fach höher als vor zehn Jahren. Das macht sich auch in den Wohnungskaufpreisen bemerkbar: Eine Eigentumswohnung kostet heute ebenfalls doppelt so viel wie vor zehn Jahren – und zwar egal, ob im Bestand oder im Neubau.

Der Bayern-Trend

„Der Markt für Wohnimmobilien in Bayern kennt tendenziell nur Preiszuwächse, aber keine Entspannung“, resümiert Kippes. Denn: Die Nachfrage steigt flächendeckend, das Angebot hinkt aber an den meisten Orten weiter zurück. „Wenn man in die bayerischen Groß- und Mittelstädte geht, gibt es quer durch die Bank Anstiege“, sagte Kippes. Krassestes Beispiel ist die Audi-Metropole Ingolstadt. Hier liegen die Steigerungsraten im Vergleich zum Frühjahr leicht im zweistelligen Bereich. Der Grundpreis für Einfamilienhäuser etwa ist in Ingolstadt um 12,1 Prozent gestiegen – und damit sogar noch stärker als in München. Vor allem die Großstädte mit über 100 000 Einwohnern sind von starken Preissteigerungen betroffen. Hier liegen sie im Schnitt bei 5,9 Prozent, in kleineren Orten mit weniger als 10 000 Einwohnern sind die Preise dagegen um durchschnittlich 4,2 Prozent gestiegen.

Niedriger Zins, lange Wartezeiten

Die Zeit des Nullzins hält weiter an – frühestens 2019 könnte der Leitzins von der EZB erhöht werden, schätzen die IVD-Experten. Das billige Geld will investiert werden und fließt vielfach in Betongold. Wer bauen will, braucht aber Geduld, die Auftragsbücher der Baufirmen sind prall gefüllt.

Die Preisentwicklung 2017 in Bayern

Stadt

Preise in € für Baugrund (EFH) je m2

Preise in € für Reihenhäuser (120 m2)

Preise in € für Eigentumswohnungen je m2

Frühjahr 2017

Herbst 2017

Frühjahr 2017

Herbst 2017

Frühjahr 2017

Herbst 2017

Aschaffenburg

470

475

282 000

303 000

1650

1810

Augsburg

470

480

381 000

400 000

2870

3090

Bamberg

340

345

308 000

335 000

2320

2480

Bayreuth

210

215

250 000

260 000

2100

2150

Erlangen

535

575

427 000

443 000

2630

2720

Fürth

365

370

295 000

315 000

1700

1810

Hof

80

80

170 000

176 000

900

950

Ingolstadt

755

845

425 000

456 000

3200

3530

Kempten

330

360

305 000

330 000

1750

1900

München

2200

2400

815 000

870 000

5850

6200

Neu-Ulm

265

285

328 000

340 000

2320

2430

Nürnberg

515

530

348 000

361 000

2360

2470

Passau

180

185

234 000

237 000

1700

1750

Regensburg

545

560

438 000

449 000

3180

3270

Rosenheim

715

725

465 000

479 000

3220

3250

Schweinfurt

210

210

202 000

210 000

1380

1400

Würzburg

290

355

320 000

323 000

2040

2170

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