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Markus Söder (CSU)

Impfpflicht: Söder ändert seine Meinung

München - Markus Söder (CSU) hat seine Einstellung zur Impfpflicht gegen die Blauzungenkrankheit bei Rindern und Schafen geändert.

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Der Umweltminister, dessen Ministerium die Immunisierung 2008 angeordnet hatte, spricht sich jetzt gegen eine Fortführung aus. Söder: „Ich glaube, dass die Impfung generell richtig ist, aber dass eine Pflichtimpfung im nächsten Jahr eher nicht angezeigt ist, da es erhebliche Probleme bei der Umsetzung gab.“

Söder stellte sich gestern als erster Minister auf Landesebene offiziell gegen die bundesweit einheitliche Impfpflicht. Ob die Immunisierung auch für 2010 verpflichtend ist, will der Bund-Länder-Ausschuss noch im Oktober entscheiden. Nach Söders Vorlage sprach sich auch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) gegen eine Fortführung der Impfpflicht aus. Aufgrund „großer Akzeptanzprobleme“ solle man die Impfung auf freiwillige Basis stellen. „Allerdings bedeutet das, dass eventuelle Schäden dann auch von den Landwirten selbst getragen werden müssen“, so Brunner.

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„Jetzt mit der Impfung aufzuhören, ist, als würde man ein Fußballspiel zur Halbzeit abpfeifen“, kommentiert Josef Wasensteiner vom Bayerischen Bauernverband den Vorstoß. Zudem befürchte er Probleme beim Export, sollte die verpflichtende Immunisierung wegfallen.

„Das ist Wasser auf die Mühlen der Impfgegner“, ärgert sich Konrad Renner, Abteilungsleiter des Veterinäramts Weilheim. Die Impfung sei fachlich zwingend notwendig. Vorher, im Jahr 2007, habe es deutschlandweit 21 000 Ausbrüche gegeben. 2009 waren es nur noch 140. Für den Veterinär der Beweis, dass die Impfpflicht wirkt. Freiwillig würde nur ein „verschwindend kleiner Teil impfen“, befürchtet Renner. Sehe man ein erkranktes Tier, sei das „ein Bild des Jammers“. „Man macht uns das Leben unendlich schwer“, so Renner. „Landauf, landab wurden Kollegen von Impfgegnern attackiert – wir hätten uns mehr Rückendeckung und Verlässlichkeit vom Ministerium gewünscht.

Thomas Schmidt

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