EMA entscheidet über Zulassung

Sputnik-Produktion bald in Bayern: „Wir haben die Ausrüstung schon dort“ - Millionen Impf-Dosen pro Monat?

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Corona-Impfungen sind eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen die Pandemie. Wird der russische Impfstoff Sputnik V bald in Bayern produziert?

Update vom 24. März: Der russische Pharmakonzern R-Pharm will von Juni oder Juli an in Illertissen den Corona-Impfstoff Sputnik V produzieren. „Wir unternehmen alle Anstrengungen, damit es im Sommer losgehen kann“, sagte R-Pharm-Manager Alexander Bykow der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. In Illertissen könnten monatlich Millionen Dosen produziert werden. „Wir haben die Ausrüstung schon dort und die Kader“, sagte Bykow. Die genaue Produktionskapazität nannte er nicht. Im Moment prüft die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Zulassung des Präparats.

„Wir warten auf die Entscheidung der EMA, weil das eine legitime Grundlage ist, auf der wir produzieren können“, sagte Bykow. Von Illertissen aus könnten dann auch andere Staaten in der EU mit Sputnik V versorgt werden. Der bei dem Konzern für Gesundheitsökonomie zuständige Direktor warb um Vertrauen in die russische Biotechnologie, die eine lange Erfolgsgeschichte habe - etwa bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Kinderlähmung.

Wird Spuntik V bald in Bayern produziert? Zulassung wohl erst im Juni oder Juli

Bei einer Veranstaltung in Moskau zur deutsch-russischen Zusammenarbeit in der Pharmazie sagte der EU-Gesundheitsexperte Jérôme Lepeintre, dass erst im Juni oder Juli mit einer EMA-Zulassung des Präparats zu rechnen sei. Im April seien zwei EMA-Inspektionen in Russland geplant. Dabei würden einmal die Produktionsanlagen und einmal die Lagerstätten begutachtet, sagte der Mitarbeiter der EU-Vertretung in Moskau am Dienstagabend.

Sputnik V wurde vom Gamaleja-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt. Der Impfstoff ist inzwischen in mehr als 50 Ländern zugelassen und wird international vom staatlichen Direktinvestmentfonds RDIF vertrieben.

Corona-Impfungen „entscheidendes Instrument“ - Wird Sputnik V bald in Bayern produziert?

Erstmeldung vom 19. März: Illtertissen - Im schwäbischen Illertissen könnte künftig der russische Impfstoff* Sputnik V produziert werden. Das Unternehmen R-Pharm investiere mehr als 30 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Noch hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) aber nicht über die Zulassung des Impfstoffs* gegen das Coronavirus* entschieden.

Bald auch Sputnik V? Corona-Impfungen „entscheidendes Instrument im Kampf gegen die Pandemie“

„Die Impfungen sind ein entscheidendes Instrument im Kampf gegen die Pandemie. Nur sie bieten uns langfristig Schutz vor schweren COVID-19*-Verläufen und dem Tod durch eine Erkrankung“, betonte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) in einer Pressemitteilung. „Deswegen ist jeder Impfstoff, der zugelassen wird, ein weiterer Lichtblick und Hoffnungsschimmer.“

EMA entscheidet noch über Zulassung des Impfstoffs - Wird Sputnik V bald in Bayern produziert?

Der Impfstoff wurde vom Gamaleja-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau entwickelt. Sollte er letztlich in der EU zugelassen werden, will die Firma R-Pharm den Impfstoff auch importieren und die Chargenfreigabe übernehmen.

Seit Freitag (19. März) kann in Bayern auch wieder mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft werden. Zuvor war am Montag ein Impfstopp für das Vakzin verkündet worden, um aufgetretene Nebenwirkungen zu untersuchen. Es bleibe ein hoch wirksamer Impfstoff, wie Holetschek betonte. Er kann vor schweren Verläufen und sogar dem Tod schützen. (kam/dpa)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

In Hof (Bayern) sind 20 Altenheimbewohner positiv auf Corona getestet worden. Sie hatten schon die zweifache Schutzimpfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer erhalten.

Rubriklistenbild: © SAID KHATIB/AFP

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