Impfung von Beschäftigten an Schulen in Niedersachsen
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Impfen - das soll auch für Schüler ab 18 leicht möglich sein.

Kultusministerium startet Kampagne

Bayern: Impfturbo soll ab Mittwoch an Schulen zünden - aber der Start könnte holprig werden

  • Dirk Walter
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Bayern möchte das Impfangebot auf die Schüler ausweiten. Schon diese Woche soll es mit den 18-Jährigen losgehen, kündigt das Ministerium an. Möglicherweise war das etwas vorschnell: Denn die meisten haben ihre Abschlussprüfung hinter sich und sind gar nicht mehr in der Schule erreichbar.

München – Ende April war Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) noch optimistisch. „Wir wollen die Abschlussklassen impfen, insbesondere Abiturienten und berufliche Abschlussklassen“, sagte er in einer Pressekonferenz. Und kündigte als Startzeitpunkt den Monat Juni an.

Es ist jetzt doch etwas später geworden. Von den Impfkolonnen an den Schulen ist noch nichts zu sehen. Am 30. Juni ging als Erstes ein Schreiben des Kultusministeriums an die Schulleiter weiterführender Schulen heraus. Das dreiseitige Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, trägt eine verheißungsvolle Überschrift: „Impfangebot für volljährige Schülerinnen und Schüler der aktuellen Abschluss- und Vorabschlussklassen“. Bayern möchte wieder mal einen Impfturbo zünden – diesmal bei den Schülern. Es soll nun im Juli endlich losgehen. Sogar ein konkreter Termin wird in dem Schreiben genannt: „Ein Start der Reihenimpfungen ist ab dem 7. Juli 2021 vorgesehen.“ Also morgen – doch so weit ist noch keine Schule in Bayern.

Corona-Impfungen in Bayern - Für 12- bis 17-Jährige kein Angebot

Biontech* oder Moderna* stehen zur Auswahl, schreibt das Haus von Kultusminister Michael Piazolo (FW). „Auch eine Impfung an der Schule durch mobile Impfteams“ sei denkbar. Doch das Angebot hat eine Einschränkung: Es werden nur diejenigen aufgefordert, die zum Stichtag 30. Juni 18 Jahre alt sind. Vor einer Einladung an 12- bis 17-jährige Schüler scheut das Ministerium zurück, weil die Ständige Impfkommission (Stiko) Biontech für diese Altersgruppe „nicht allgemein empfohlen“ hat, wie das Ministerium im Begleitschreiben erläutert.

Das Zögern der Stiko hat in der Politik eine Kontroverse ausgelöst. Ministerpräsident Markus Söder forderte die Stiko auf, die Impf-Empfehlung schnell auf die 12- bis 17-Jährigen auszudehnen. Der parlamentarische Geschäftsführer der Freien Wähler im Landtag, Fabian Mehring, kritisierte das: Fordern könne man von der Stiko nichts – wo komme man dahin, wenn die Politik der Wissenschaft Vorschriften mache? Kultusminister Michael Piazolo indes unterstützt die Forderung Söders, er drängelt: „Bei den über 12-Jährigen sollte die Stiko dringend überlegen, wann sie zu einer Empfehlung kommt. Die Schülerinnen und Schüler warten schon lange“, schrieb er am Wochenende auf Twitter. Vorgreifen möchte er der Entscheidung jedoch nicht – daher gibt es das Impfangebot nur für Schüler ab 18.

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Corona in Bayern: Impfangebot für 275 000 volljährige Schüler

Bayern hat 1,6 Millionen Schüler. Doch der Kreis der potenziellen Impfkandidaten ist nun auf etwa 275 000 Personen begrenzt. 116 500 sind Schüler in sogenannten Vorabschlussklassen, also Schüler, die erst im nächsten Schuljahr ihren Abschluss machen werden. Naturgemäß sind die überaus meisten (93 200) in den Berufsschulen. Aber auch 6200 Gymnasiasten der 11. Jahrgangsstufe sind in Bayern schon 18 oder älter. Sie können in der Schule angesprochen werden, können ihre Einverständniserklärung zur Übermittlung von Daten an die Impfzentren gleich vor Ort ausfüllen und abgeben.

Schwieriger zu erreichen sind die 18-jährigen Schüler der Abschlussklassen, insgesamt 158 700 Personen. Landesschülersprecher Tobias Fritz, 23, ist einer davon. Er hat gerade die FOS/BOS in der Fachrichtung Wirtschaft absolviert. Er ist noch nicht geimpft, hat sich aber selber bereits einen Termin organisiert – dass das auch über die Schule gegangen wäre, wusste er nicht. Eine ausgeprägte Impfskepsis unter seinen Mitschülern sehe er nicht, sagt der Schüler aus Bad Neustadt an der Saale. „Ich glaube, die Mehrheit würde ein Impfangebot wahrnehmen.“

Das Ministerium ist spät dran. Die meisten Abschlussschüler haben ihre Prüfungen beendet und kommen gar nicht mehr in die Schule. „Wir schreiben sie über MS Teams an und hoffen auf Rücklauf“, sagt Monika Pfahler, Leiterin der FOS/BOS Fürstenfeldbruck. An ihrer Schule gibt es 800 volljährige Schüler. „Wenn sich 400 melden, ist es viel“, sagt Pfahler. An der FOS/BOS Rosenheim* sind 740 der gut 1000 Schüler 18 Jahre oder älter. Aber 600 sind nach Beendigung der Abschlussprüfung am 15. Juni nicht mehr dauerhaft an der Schule – sondern nur sporadisch, wenn beispielsweise eine Nachprüfung ansteht. Bis Ende der Woche haben sie Zeit, die Impf-Erklärung abzugeben, wie der stellvertretende Schulleiter Stefan Schellenberger sagt. Das Impfzentrum vereinbart dann einen Termin mit dem impfwilligen Schüler.

Corona-Impfungen für Abschlussschüler - München will am 12. Juli starten

Vom Einsatz mobiler Impfteams an den Schulen, wie vom Kultusministerium vorgeschlagen, hält der Schulleiter nichts. „Wir wollen das nicht an der Schule stattfinden lassen“, sagt Schellenberger. „Wir hätten gar nicht die hygienischen Voraussetzungen wie in einem Impfzentrum.“ Ähnlich klingt es bei Fritz Hampel, Leiter der Berufsschule in Bad Tölz*: Knapp 1000 seiner 1500 Schüler sind 18 oder älter. „Wir sammeln gerade die Anmeldungen ein“, sagt Hampel. Die Notwendigkeit einer Impfaktion an der Schule sieht er nicht. „Die Impfzentren haben doch freie Kapazitäten.“ So handhabt es auch München: Die Stadt kündigte drei Impftermine für Schüler an, der erste kommenden Montag im Impfzentrum Riem. Sie hoffe „auf rege Beteiligung der Schülerinnen und Schüler“, erklärt Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD*).

Der Tölzer Schulleiter Hampel rechnet nicht mit einem überwältigenden Rücklauf seitens seiner Schülerschaft. „Der Drang zum Impfen ist wohl eher etwas matt, wie jetzt allgemein in der Gesellschaft.“ *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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