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Scharfe russische Agrar-Sanktionen

Brunner: Importstopp trifft Bayerns Bauern

München – Russlands Agrar-Einfuhrstopp bereitet den bayerischen Bauern erhebliche Sorgen. „Wir kommen hoffentlich mit einem blauem Auge davon,“ sagt Agrarminister Helmut Brunner.

„Die Restriktionen Russlands gegen die EU betreffen natürlich die bayerische Ernährungswirtschaft“, sagte Agrarminister Helmut Brunner (CSU) unserer Zeitung. Bereits seit 2012 breche der Export schrittweise ein. Nun müsse man schnell und effizient Handelsströme verlagern, neue Absatzmärkte erschließen. Dann werde man „hoffentlich nur mit einem blauen Auge davonkommen“.

Russland will ab sofort Rind- und Schweinefleisch sowie Geflügel und Innereien aus dem Westen verbannen. Auch Milcherzeugnisse, Obst und Gemüse und Fische werden nicht mehr importiert. Ersetzt werden soll das durch heimische Produkte und Importe aus Kasachstan, Weißrussland und Südamerika.

Nach Brunners Angaben zählen momentan noch Bier (20 Millionen Euro), Backwaren (17 Millionen) und Hopfen (16 Millionen) zu den wichtigsten bayerischen Agrar-Exportprodukten. Brunner und der Bayerische Bauernverband warnen zudem davor, dass der Angebotsdruck auf dem EU-Binnenmarkt steigen kann, wenn andere europäische Länder gesperrt werden. „Russland ist unabhängig von den jetzt angedrohten Sanktionen auch bisher schon ein sehr schwieriger Handelspartner“, klagt Verbands-Generalsekretär Hans Müller.

Die deutschen Milchbauern prophezeien bereits Einbußen. „Es steht zu befürchten, dass Nachfrage ausfällt und sich die Preise nach unten entwickeln“, sagte Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter. Für Bayern gilt laut Müller schon seit Februar 2013 ein Importstopp. „Wie bei der Milch werden die Verarbeiter nun alternative Absatzmärkte für ihren bisherigen Export nach Russland suchen“, sagte die Agrarexpertin der Freien Wähler im EU-Parlament, Ulrike Müller. „Es steht natürlich zu befürchten, dass damit Märkte in Unruhe und unter Druck geraten.“ Weniger besorgt äußert sich der international tätige Agrarhandelskonzern BayWa. „Die Sanktionen haben keine Auswirkungen auf unser Geschäft“, sagte Chef Klaus Josef Lutz. Die BayWa habe keine Verträge mit Russland. 

cd/cm/mad

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