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Ein totes Reh am Straßenrand. Die meisten Unfälle passieren in der Dämmerung, wenn Autofahrer schlechte Sicht haben.

Tierisch gefährlich 

Zahl der Wildunfälle in Bayern steigt - 15.200 im ersten Quartal

Immer wieder kommen sich Autos und Wildtiere in die Quere. In Bayern wurden allein im ersten Quartal des Jahres 81 Menschen bei Wildunfällen verletzt. Am Samstag krachte es im Freistaat wieder.

München – Gleich zwei Mal kam es am Wochenende in Bayern zu Zusammenstößen zwischen Autos und Wild. Und beide Male auf der Garmischer Autobahn. Am Samstag, kurz nach Mitternacht, erfasste eine 47-jährige Starnbergerin mit ihrem Auto ein Reh, das aber unversehrt blieb und davon springen konnte. Eine Stunde später endete ein Wildunfall im Bereich der Anschlussstelle Penzberg für das Tier tödlich. Das Auto des 51-jährigen Münchners wurde erheblich beschädigt.

Sie schauen so niedlich aus. Doch wenn Rehe eine viel befahrene Straße queren, können sie schnell zur tödlichen Gefahr werden. Ein 20 Kilogramm leichtes Reh schlägt bei einer Kollision mit einem 100 km/h fahrenden Auto mit einem Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne gegen die Frontpartie des Wagens. Das ist das Gewicht eines ausgewachsenen Büffels. Das bayerische Verkehrsministerium registrierte im ersten Quartal dieses Jahres 15.200 Wildunfälle. Das sind so viele wie im Vorjahreszeitraum. Die Sprecherin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Kathrin Jarosch, erläutert: „Die Zahlen gehen hoch, aber nicht kontinuierlich.“ 2015 meldeten Autofahrer zehn Prozent mehr Wildunfälle an ihre Versicherungen als 2014; seit 2006 stieg die Zahl sogar um knapp 30 Prozent.

Gemeinsam mit dem Innenministerium versucht der Bayerische Jagdverband, Menschen und Tiere vor Schäden zu bewahren. „Durch die wachsende Infrastruktur wird der Lebensraum der Tiere zerschnitten“, erklärt Verbandssprecher Thomas Schreder. Mit Reflektoren an Straßen, intensiver Bejagung straßennaher Gebiete, Duftzäunen und wildunfreundlicher Strukturierung von Straßen sollen Zusammenstöße vermieden werden. „So pflanzen wir keine fruchttragenden Bäume an der Straße“, erläutert Schreder. Denn die locken Tiere an. Ein Beispiel für gelungene Unfallprävention sei die Grünbrücke zwischen Ismaning und Hallbergmoos (Kreis Freising). Eine Bundesstraße und eine S-Bahnstrecke hatten den Lebensraum vieler Wildtiere durchkreuzt. Nun dient die 50 Meter breite Grünbrücke wandernden Tieren als Korridor.

Klara Weidemann

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