Kaufkraft-Atlas für Rentner

In München bleibt von der Rente am wenigsten

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Wer will im wohlverdienten Ruhestand schon jeden Euro zweimal umdrehen? Vielen Rentnern bleibt aber nichts anderes übrig, weil die hohen Lebenshaltungskosten ihre Rente auffressen. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft hat für alle 402 Städte und Landkreise in Bayern errechnet, wie hoch die Kaufkraft einer Rente von 1000 Euro ist.

München – Wo ist das Leben für Rentner am teuersten? Um das herauszufinden, haben die Statistiker einen Warenkorb zusammengestellt, der das Konsumverhalten von Senioren besonders berücksichtigt. Wir zeigen, wo die Rentner am meisten für ihr Geld bekommen.

München ist nicht nur in Bayern, sondern auch verglichen mit den weiteren 401 Städten und Landkreisen in Deutschland der Ort, an dem Senioren am wenigsten von ihrer Rente übrig bleibt. Das Preisniveau ist um 30,41 Prozent höher als im Bundes-Schnitt, 1000 Euro Rente haben in der Landeshauptstadt eine Kaufkraft von gerade einmal 767 Euro.

Neben München sind noch sechs weitere bayerische Orte unter den zehn teuersten Regionen für Rentner in ganz Deutschland zu finden. Der Landkreis München (Platz 2), Starnberg (Platz 3), Miesbach (Platz 5), Dachau (Platz 6), Ebersberg (Platz 9) und Fürstenfeldbruck (Platz 10) sind ebenfalls besonders teuer. Dort ist das Leben für Rentner kostspieliger als in Metropolen wie Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart oder Berlin. Die einzigen außerbayerischen Orte in der Top-Ten-Liste: Frankfurt/Main (Platz 4), Nordfriesland (Platz 7) und Freiburg (Platz 8).

Ist der Freistaat also insgesamt kein gutes Pflaster für Rentner? 

Das kann man so nicht sagen. „Das Preisgefälle zwischen den Regionen ist sehr groß“, sagt Prognos-Chefökonom Michael Böhmer, der die Studie erstellt hat. Und so finden sich in Bayern auch einige der bundesweit günstigsten Landkreise. Allerdings müssten Rentner dafür in strukturschwache Randregionen wie den Bayerischen Wald oder das Fichtelgebirge umschwenken. Denn: die Landkreise Freyung-Grafenau und Wunsiedel zählen zu den zehn günstigsten Regionen in ganz Deutschland. Dort ist das Leben für Rentner um knapp ein Drittel günstiger als in München.

Wie hoch ist die durchschnittliche Rente in Bayern? 

Männer bekommen im Freistaat durchschnittlich 1078 Euro, Frauen nur 610 Euro Rente. „Was man sich im Ruhestand leisten kann, hängt nicht nur von der Rentenhöhe ab, sondern auch vom Standort. Am härtesten trifft es diejenigen, bei denen niedrige Rentenansprüche und hohe Lebenshaltungskosten zusammenkommen. Vor allem die Wohnkosten haben einen sehr starken Einfluss auf den Wohlstand im Alter“, so Böhmer. Beunruhigend ist in diesem Zusammenhang, dass die Rentenhöhe für Neurentner mit 1049 Euro niedriger liegt als für die Gesamtzahl der Rentner. Auch hier sind die regionalen Unterschiede beträchtlich. Die höchste Rente kassieren männliche Neurentner im Landkreis Erlangen-Höchstadt mit durchschnittlich 1284 Euro – Schlusslicht ist Landshut mit 724 Euro.

Wenn’s nicht unbedingt Bayern sein muss – wo lebt man bundesweit am günstigsten? 

Der günstigste Rentner-Landkreis ist das niedersächsische Holzminden. Es liegt im Bermuda-Dreieck zwischen Hannover, Paderborn und Göttingen, die Kreisstadt gilt als „Stadt der Düfte und Aromen“. Hier ist der Renten-Euro 1,16 Euro wert.

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