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Söder greift in die Winnetou-Debatte ein – und erntet böse Reaktionen

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Von: Felix Herz

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Ravensburger nimmt ein Winnetou-Buch aus dem Sortiment – und löst damit eine hitzige Debatte aus. Viele melden sich zu Wort – nun auch Markus Söder.

München – Am 11. August erschien der Kinderfilm „Der junge Häuptling Winnetou“ in den Kinos. Eine deutsche Produktion, freigegeben ab 0 Jahren, gute Rezensionen auf den einschlägigen Seiten. Zum Film veröffentlichte der Verlag Ravensburger ein begleitendes Kinderbuch mit gleichem Namen.

Inzwischen hat sich Söder erneut zu Wort gemeldet – das Ganze nehme langsam „absurde Züge“ an. Die ARD reagierte prompt.

In der Winnetou-Debatte meldete sich Söder nun zu Wort – und teilte einen wortstarken-Twitter-Beitrag.
In der Winnetou-Debatte meldete sich Söder nun zu Wort – und teilte einen wortstarken-Twitter-Beitrag. © United Archives / Sven Simon / IMAGO

Doch dieses löste nun eine gigantisch anmutende Debatte aus, bei der sich inzwischen nicht nur Twitter-Nutzer die Finger wund schreiben, sondern sich inzwischen auch Politiker zu Wort melden. So nun auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Winnetou-Debatte im Netz: Zwei verhärtete Fronten

Bei der Debatte ging es zunächst um die Frage, ob das Wort Indianer und die damit einhergehende Darstellung in Buch und Film rassistisch sei, beziehungsweise ob es sich dabei um kulturelle Aneignung handelt und die Darstellung der Figuren mit Klischees behaftet ist. Schnell bildeten sich vor allem im Netz zwei Lager zu der Debatte. Dann entschied sich Ravensburger, das Buch (und ein Erstleserbuch, ein Puzzle und ein Stickerheft) aus dem Sortiment zu nehmen. Die Entscheidung verkündete der Verlag auch auf Instagram:

Das brachte die Diskussion erst recht zum Kochen. Während manche die Ravensburger Entscheidung verteidigen, kritisieren andere den Verkaufstopp heftig. Unter dem Beitrag sammelten sich binnen kürzester Zeit negative Reaktionen, ein User schreibt: „Cancel Culture in Reinkultur!“, eine andere: „do better Ravensburger“. Der Instagram-Account „Natives in Germany“ wiederum zeigt sich enttäuscht von der vorangegangenen Veröffentlichung des Buchs: „Anstatt echte Indigene Repräsentation zu fördern, wurde hier mit minimalem Aufwand ein Buch auf Basis des Films erstellt. Wenn es um Profit geht, ist die antirassistische Haltung scheinbar schnell vergessen.“

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Söder meldet sich in Winnetou-Debatte zu Wort – und teilt wortstarken Twitter-Beitrag

Inzwischen sind es aber nicht mehr nur Privatpersonen, die sich im Internet zu der Debatte äußern. Auch Politiker und Schauspieler melden sich nun zu Wort. Uschi Glas zum Beispiel, in „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ aus dem Jahr 1966 in einer Hauptrolle zu sehen, sagte gegenüber bild.de: „Man soll doch aufhören, hier auf Biegen und Brechen einen Anlass zu finden, über etwas zu schimpfen“. Der ehemalige Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) schrieb auf Twitter: „Als Kind habe ich Karl Mays Bücher geliebt, besonders Winnetou. Als mein Held starb, flossen Tränen“.

So war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich der meinungsstarke Ministerpräsident Bayerns, Markus Söder (CSU), ebenfalls zu der Debatte äußerte. Er tat dies, indem er einen Twitter-Beitrag des CSU-Bundestagsabgeordneten Florian Hahn mit dem Wort „Absolut“ zustimmend teilte. Darin schreibt Hahn der „Woke Shitstorm“ sei bereits armselig genug, die Entscheidung Ravensburgs kritisiert er dann noch als „feige“ und „absurd“.

Zwischen „Old Söderhand“ und „Populist“: Reaktionen auf Söders Twitter-Post

Ein – gelinde gesagt – wortstarker Beitrag, für den Söder hier seine Unterstützung ausdrückt. Dafür gab es Zustimmung, aber auch Kritik. Ein User schrieb direkt: „Wo der Populist seine Chance riecht, springt er natürlich auf den Zug auf...“.

In Anspielung auf die zwei Kommas und zwei Punkte nach dem „Absolut“ schrieb jemand: „Hoffentlich hat Maggus sich nicht weh getan, als er den Tweet aufm Fahrrad fahrend abgesendet hat“. Ein anderer Nutzer kommentierte wohl eher lobend: „Old Söderhand, du hast weise gesprochen, hugh!“ (fhz)

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