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Die Zahl der von Zecken verursachten FSME-Erkrankungen ist wieder gestiegen - und auch in diesem Jahr werden die Spinnentiere voraussichtlich wieder sehr aktiv sein.

Zecken: Lauernde Gefahr auf acht Beinen

München - Sie sind so klein, dass sie im Gras kaum sichtbar sind. Dennoch können Zecken dem Menschen gefährlich werden. Mit ihrem Biss übertragen sie bedrohliche Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In Bayern ist die Zahl der FSME-Fälle stark gestiegen.

Fast ganz Bayern ist Risikogebiet (rot) für FSME-Erkrankungen nach Zeckenbissen.

Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen: Die ersten Symptome einer Infektion mit dem Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ähneln einer Grippe. Doch kann daraus eine gefährliche Gehirn-Entzündung werden. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der gemeldeten Fälle in Deutschland stark gestiegen – um 63 Prozent. Betroffen von der von Zecken übertragenen Infektionskrankheit ist fast nur Süddeutschland. In Bayern registrierte man mit 183 Fällen mehr als 45 Prozent der gesamten Infektionen.

Das Robert-Koch-Institut bestimmt aus der Zahl der gemeldeten FSME-Erkrankungen jedes Jahr die Landkreise, in denen das Ansteckungsrisiko besonders hoch ist. In Bayern ist dies in 79 Landkreisen und kreisfreien Städten der Fall. In allen bisherigen Riskogebieten bleibt die Gefahr weiterhin erhöht. Neu hinzugekommen ist das Risikogebiet Stadt Kempten.

Experten raten allen Personen, die sich in Riskogebieten in der Natur aufhalten, zur Impfung. Für den erstmaligen FSME-Schutz sind drei Spritzen nötig. Danach genügt eine Auffrischung etwa alle fünf Jahre. Langfristig müsse – wie in Österreich – eine Durchimpfungsrate von 90 Prozent angepeilt werden, betont der Münchner Infektions-Experte Nikolaus Frühwein. Dies ist längst nicht erreicht: Untersuchungen haben gezeigt, dass in Bayern etwa 55 Prozent der Erstklässler geimpft sind. Bei Erwachsenen sind es viel weniger. Auch beim RKI sieht man hier Nachholbedarf. Gerade bei älteren Menschen sei das Risiko, bei einer FSME-Infektion schwer zu erkranken, deutlich höher als bei Kindern.

Keine Zahlen gibt es indes zur Borreliose. Auch diese von Bakterien verursachte Infektion wird von Zecken übertragen. Doch gibt es bisher keine Meldepflicht und – anders als bei FSME – auch keine Impfung. Doch kann die Infektion, die sich meist durch einen klar umgrenzten roten Fleck nahe der Einstichstelle erkennen lässt, gut mit Antibiotika behandeln. Insgesamt besteht allerdings kein Anlass, bei einem Zeckenstich in Panik zu geraten. Die Wahrscheinlichkeit, dass er eine Krankheit auslöst, ist gering. Doch sollte man aufmerksam bleiben – und die Hautstelle beobachten.

Sonja Gibis

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