LKW-Stau vor Grenzübergang Tschechien
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Die Grenzkontrollen in Tirol und - wie hier zu sehen - in Tschechien könnten sich auch auf die Autoproduktion auswirken.

Kontrollen an Bayerns Grenzen

Audi-Werke in Ingolstadt betroffen? Lange Staus an Grenze - Unklare Regeln für Pendler

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Audi ist wie andere Automobilproduzenten auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen. Nach Grenz-Staus und Einreiseverboten für Pendler will Audi die Lage beobachten.

  • Tschechien und Tirol wurden als Virusvarianten-Gebiete ausgewiesen.
  • Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnte vor Produktions-Stopps*.
  • Der Ingolstädter* Autobauer Audi will die Lage weiter beobachten.

Ingolstadt - Die deutsche Automobilproduktion - so auch die Audi-Werke in Ingolstadt* - sind auf Zulieferer aus dem Ausland angewiesen. Am Sonntag hatte der Verband der Automobilindustrie (VDA) vor massiven Auswirkungen der Grenzkontrollen bis hin zum Stillstand der Werke gewarnt. Tatsächlich kam es bereits in den Morgenstunden des heutigen Montags zu bis zu fünf Kilometer langen Staus an der Grenze zu Tschechien. Die Kontrollen wurden im Zuge der Einstufung des Nachbarlands als Virusvarianten-Gebiet eingeführt - bisher aber ohne klare Regeln*.

Gemäß einer Verordnung des Bundesinnenministeriums dürfen nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Ärzte, Pflegekräfte, Lastwagenfahrer und landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte. Alle anderen Berufspendler seien von der zehntägigen Quarantänepflicht betroffen und gelangten deshalb teilweise nicht zu ihrer Arbeitsstelle. Wie die Bundespolizei mitteilte, mussten aber auch einreisende Lastwagenfahrer mit einer Wartezeit von etwa drei Stunden rechnen. Beamte erklärten, dass ein Drittel der Fahrer trotz der Ausnahme abgewiesen und zurückgeschickt wurden - „oft fehlte die digitale Anmeldung oder das negative Corona-Testergebnis“.

Grenzen zu Tschechien und Tirol: Einzelfall-Entscheidung der Bundespolizei - Pendlerbescheinigung ab Mittwoch

Der Deutschen Presseagentur erklärte ein Polizeisprecher, dass jedes Fahrzeug überprüft werde. Über Pendler, die einreisen dürfen, müsse im Einzelfall entschieden werden. „Ein Handwerker muss uns beispielsweise schon genau erklären, warum wir ihn über die Grenze lassen müssen.“ Wer bei einem Glaswerk Impffläschchen produziere, dürfe weiterfahren. „Wenn der Fahrer aber irgendwo ein Tor installieren will, muss das leider warten.“ Noch muss die Bundespolizei darüber im Einzelfall entscheiden, ab Mittwoch brauchen Pendler eine Bescheinigung der Behörden. „Dann werden die Grenzkontrollen auch schneller gehen.“

Die verschärften deutschen Einreiseregeln zum Schutz vor Virusvarianten sind in Kraft getreten.

An den Grenzübergängen zu Tirol - ebenfalls ein Virusvarianten-Gebiet - gelten die gleichen Regeln wie zu Tschechien. „Trotzdem warteten am Übergang Kiefersfelden nur etwa ein Dutzend Autos und ebenso viele Lastwagen, sagte ein Bundespolizei-Sprecher am Montagvormittag gegenüber der Deutschen Presseagentur. „Die Verkehrssituation ist recht entspannt.“ Einige hätten das vorgeschriebene negative Testergebnis nicht dabei gehabt. Der Test könne an der Grenze in einem Testzentrum nachgeholt werden, der Betreffende bekomme aber dennoch eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Corona-Einreiseregeln.

Audi-Werke in Ingolstadt: Bisher keine Probleme - Autobauer will Lage beobachten

In den Audi-Werken gab es bis zum heutigen Vormittag noch keine Probleme durch ausbleibende Lieferungen oder pendelnde Mitarbeiter. Der dpa erklärte ein Audi-Sprecher: „Wir produzieren aktuell ohne Einschränkungen, beobachten die Lage und die weitere Entwicklung.“ Während Audi mit einem Werk in Ingolstadt rund 150 Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt liegt, sind BMW-Werke in Dingolfing, Regensburg* und Leipzig etwas näher am Ort des Geschehens. Auch hier konnten aber „erste Lieferungen bereits die Grenzen passieren* und sind ohne größere Verzögerungen in unseren Werken angekommen“, erklärte ein BMW-Sprecher. Es gebe dort zwar „einige Pendler, die von den Grenzkontrollen betroffen sind“. Ihre Zahl sei aber relativ gering. (nap) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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