Altes Rathaus mit Pfeifturm, Turm der Pfarrkirche St. Moritz, Neues Rathaus, Rathausplatz, Ingolstadt
+
Altes Rathaus mit Pfeifturm, Turm der Pfarrkirche St. Moritz, Neues Rathaus und Rathausplatz Ingolstadt

Kreisfreie Großstadt in Bayern

Ingolstadt

Ingolstadt – alle Infos zu Lage, Geschichte und Wirtschaft der kreisfreien Großstadt in Oberbayern, die eine historische Altstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufweist.

  • Ingolstadt gehört als kreisfreie Großstadt zum Regierungsbezirk Oberbayern, der sich im Südosten des Freistaats Bayern erstreckt.
  • Die Geschichte der Stadt Ingolstadt wurde durch ihre Lage an der Donau geprägt.
  • Als Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt zählt Ingolstadt zu den Oberzentren des deutschen Bundeslands Bayern.

Ingolstadt – Die Stadt Ingolstadt nimmt im Norden von Oberbayern eine Fläche von 133,37 Quadratkilometern ein. Mit 137.392 Einwohnern weist sie eine Bevölkerungsdichte von 1.030 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Die kreisfreie Großstadt gliedert sich in 12 Stadtbezirke mit 61 Unterbezirken. Mit Regensburg zählt sie zu den beiden einzigen deutschen Städten, die an der Donau liegen.

Ingolstadt – die Lage der kreisfreien Großstadt

Ingolstadt dehnt sich entlang der Donau in einem Becken aus, das den Namen der Stadt trägt. Es grenzt im Norden an die Ausläufer der Fränkischen Alb, im Süden an das Donau-Isar-Hügelland, das in westlicher Richtung in das Donaumoos übergeht. Am Ostrand des Ingolstädter Beckens reicht die zweitgrößte Hartholzaue an der Donau in das Stadtgebiet hinein.

Ingolstadt zeichnet sich durch seine zentrale Lage in Bayern sowie zwischen den beiden größten Städten des Freistaats aus. 81 Kilometer südlich der bayerischen Landeshauptstadt München, 95 Kilometer nördlich der Metropole Nürnberg gelegen, bildet die Stadt einen bedeutenden Verkehrsknotenpunkt.

Ingolstadt – die frühe Geschichte der Donaustadt

Einzelfunde von Faustkeilen in Gerolfing und Etting dokumentieren das Vorkommen von Menschen im Stadtgebiet von Ingolstadt während des Paläolithikums. Gräberfunde beim Herzogskasten in der Altstadt sowie im Stadtteil Zuchering weisen auf eine Besiedelung während der Bronzezeit hin. Letztere zählen mit 600 Gräbern zu den umfangreichsten Funden aus der Zeit der Urnenfelderkultur Europas.

Siedlungsspuren aus der Hallstadt wurden in Zuchering, Etting und Dünzlau entdeckt; eine der größten Keltensiedlungen, das Oppidum von Manching, stammt aus der Latènezeit. Als 15 v. Chr. die Provinz Rätien errichtet wurde, gehörte auch das Gebiet von Ingolstadt zum Römischen Reich. Zur Sicherung des Donaulimes wurde das Kastell Oberstimm erbaut. Reste römischer Wegenetze und Villen weisen auf den Stellenwert hin, den diese Region aufgrund ihrer Lage an der Donau hatte.

Ingolstadt – die Meilensteine seiner Geschichte

Ingolstadt wurde erstmals 806, in der „Divisio Regnorum“ von Karl dem Großen, urkundlich erwähnt. Aus dieser Reichsteilurkunde geht hervor, dass die „villa Ingoldesstat“ ein karolingisches Königsgut war. Dieses war zuvor im Besitz der Agilolfinger gewesen und lag vermutlich im Bereich der heutigen Altstadt. 841 ging es von Ludwig dem Deutschen an den Abt des Klosters Niederaltaich über, der es 851 dem Kloster vermachte.

Von der Stadtgründung bis zur Neuzeit

Während der folgenden Jahrhunderte war die heutige Wirtschaftsstadt Ingolstadt erst als Residenz-, dann als Universitäts- und Festungsstadt bedeutsam.

  • 1241 erbten die Herzöge von Wittelsbach Ingolstadt von den Grafen von Bogen.
  • 1250 erhielt Ingolstadt das Stadt-, bald darauf das Münzrecht.
  • 1280 wurde die erste Stadtmauer errichtet.
  • 1300 ernannte Kaiser Ludwig der Bayer Ingolstadt zur Hauptstadt des Teilherzogtums Oberbayern.
  • 1392 wurde Bayern in die Herzogtümer Bayern-Ingolstadt, Bayern-München und Bayern-Landshut geteilt und Ingolstadt unter Stephan III. zur Haupt- und Residenzstadt erhoben.
  • Im 14. Jahrhundert war Ingolstadt ein blühendes Handelszentrum für Salz und Wein; ab dem 15. Jahrhundert nahm die wirtschaftliche Bedeutung von Bier zu.
  • Im 15. Jahrhundert schloss Ludwig VII. die 200 Jahre dauernde Stadterweiterung ab; Ingolstadt erhielt aufgrund seiner 87 Türme den Beinamen „Die hunderttürmige Stadt“.
  • 1472 gründete Herzog Ludwig IX. in Ingolstadt die erste Universität Bayerns. Die Errichtung des Jesuitenkollegs Ingolstadt bildete 1549 die Grundlage für die Entwicklung der Stadt als Hauptort der Gegenreformation.
  • 1537 erfolgte der Ausbau zu bayerischen Landesfestung Ingolstadt; die Stadt wurde auch „die Schanz“ genannt. Graf Solms baute sie bis 1565 zur Renaissancefestung mit Bollwerken aus.
  • 1773 wurde das Jesuitenkolleg Ingolstadt geschlossen; 1799 zog die französische Revolutionsarmee ein. Die Festung wurde geschleift, die Universität erst nach Landshut, 1826 nach München verlegt.
  • 1828 bis 1848 wurde Ingolstadt unter König Ludwig I. durch den Bau der Königlich Bayerischen Hauptlandfestung zur Festungsstadt. 1937 wurde der Status der Festung aberkannt.
  • 1945 setzte auf Basis des Marshallplans die Entwicklung als Wirtschaftsstadt ein.

Ingolstadt – die Wirtschaft des bayerischen Oberzentrums

Ingolstadt profitiert als moderner Wirtschaftsstandort von seiner Lage im Zentrum von Bayern sowie von seiner hervorragenden Anbindung an den Straßen-, Schienen- und Flugverkehr. Diese erfolgt durch die Autobahn A9, die Bundesstraßen B13, B16, B16a und B300 sowie je einen IC- und ICE-Halt. Im Umkreis von 95 Kilometern befinden sich die Flughäfen Ingolstadt/Manching, Augsburg, München und Nürnberg.

Als bayerisches Oberzentrum weist die Stadt eine ausgezeichnete Infrastruktur mit einem attraktiven Einkaufs-, Freizeit- und Sportangebot auf. Ingolstadt verzeichnete während des vergangenen Jahrzehnts eine dynamische Einwohnerentwicklung; dazu kommt ein hoher Anteil an junger Bevölkerung.

Zahlen & Fakten zum Wirtschaftsstandort Ingolstadt

Die Stadt Ingolstadt zählt zu den deutschen Gebietskörperschaften mit dem stärksten Wirtschaftswachstum.

  • Mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 17 Milliarden Euro und einem BIP pro Kopf von 127.792 Euro rangierte Ingolstadt 2018 in Bayern an erster, deutschlandweit an zweiter Stelle.
  • Das produzierende Gewerbe stellt mit einer Bruttowertschöpfung (BWS) von 11,5 Milliarden Euro (Stand 2018) einen wesentlichen Faktor für die Wirtschaft von Ingolstadt dar. Im selben Jahr betrug die BWS im Dienstleistungsbereich rund vier Milliarden Euro. Mit 558.567 Gästeübernachtungen gewann 2018 auch der Tourismus an Bedeutung.
  • Die hohe Arbeitsplatzdichte von Ingolstadt steht in direktem Zusammenhang mit dem positiven Pendlersaldo, der im Juni 2019 bei 44.554 lag.
  • Von 100.000 Beschäftigten der Stadt Ingolstadt arbeiteten (Stand 2018) 42.784 beim AUDI-Konzern.
  • Wirtschaftlich bedeutsam sind auch die Zulieferer der Automobilindustrie, die großteils im Güterverkehrszentrum Ingolstadt ansässig sind. Zu diesen Unternehmen gehören unter anderem EDAG, Semcon, Continental Automotive Systems, Dräxlmaier sowie Samvardhana Motherson Peguform.
  • Mit mehr als 3.000 Mitarbeitern ist das Klinikum Ingolstadt der zweitgrößte Arbeitgeber.

Für die Wirtschaft von Ingolstadt spielt auch die Erdölindustrie eine wichtige Rolle. Zudem haben sieben Brauereien, die Airbus Group und die Media-Saturn-Holding die Stadt als Unternehmensstandort gewählt.

Ingolstadt – die Sehenswürdigkeiten der Altstadt

Ein Spaziergang durch das gut erhaltene historische Zentrum von Ingolstadt gleicht einem Streifzug durch die Geschichte der Stadt. Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten zählen:

  • die dreischiffige Moritzkirche von 1234, das älteste Bauwerk Ingolstadts
  • der Herzogskasten von 1255
  • Teile der Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert wie das Kreuz-, das Münzbergtor und der Taschenturm
  • spätgotische Bauwerke wie das Liebfrauenmünster, die Hohe Schule und das Neue Schloss, einer der bedeutendsten bayerischen Profanbauten aus dem 15. Jahrhundert, und das Birnbaumhäusl als ältestes Bürgerhaus dieser Epoche
  • das Ickstatthaus mit der höchsten Barockfassade Süddeutschlands
  • barocke Prachtbauten wie die Alte Anatomie im Stil einer Orangerie von 1723, die Jesuitenbibliothek von 1732 und die Asamkirche von 1736
  • die Festungsanlage aus dem 19. Jahrhundert mit dem erhaltenen Reduit Tilly

Ingolstadt – die Bedeutung des Fußballs

Der Fußball hat in Ingolstadt eine lange Tradition. Bei der Gründung des Fußballvereins FC Ingolstadt 04 im Jahr 2004 wurden zwei Fußballabteilungen von Sportvereinen zusammengelegt: die des Männer Turnvereines (MTV) von 1881 Ingolstadt und die des Eisenbahner-Sportvereins Ingolstadt-Ringsee. Beide hatten Ende der 1970er-Jahre in der 2. Bundesliga gespielt. Der FC Ingolstadt wird auch „Schanzer“ genannt; seine Spielstätte ist der Audi-Sportpark, seine Vereinsfarben sind Schwarz, Rot und Weiß. Von 2014 bis 2016 spielte er in der Bundesliga.

Ingolstadt – die Politik im Überblick

Der Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt wird – wie der Stadtrat – für eine sechsjährige Legislaturperiode gewählt. Seit dem ersten Mai 2020 hat Christian Scharpf (SPD) dieses Amt inne. Er löste Christian Lösel (CSU) ab; seine Stellvertreterinnen sind die Bürgermeisterinnen Petra Kleine (Bündnis 90/Die Grünen) und Dorothea Deneke-Stoll (CSU). 50 gewählte Mitglieder bilden mit dem Oberbürgermeister den Stadtrat, zudem unterstützen für die Stadtteile Irgertsheim und Hagau zwei Ortssprecher als Berater.

Auch interessant

Kommentare